Kriminalstatistik 2020

Weniger Straftaten im Kreis Breisgau-Hochschwarzwald, aber nicht bei Rauschgiftdelikten

Max Schuler

Von Max Schuler

Fr, 26. Februar 2021 um 14:53 Uhr

Kreis Breisgau-Hochschwarzwald

Rückgänge bei Einbrüchen und ein Anstieg bei Sexualdelikten meldet das Polizeipräsidium Freiburg für den Landkreis Hochschwarzwald. Eine Stadt im Markgräflerland liegt in der Statistik vorne.

Knapp zehn Prozent weniger Straftaten im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald meldete das Polizeipräsidium Freiburg für das Jahr 2020. Insgesamt wurden 10 963 Straftaten registriert. "Wir sind sehr zufrieden mit dieser Entwicklung", sagte Präsident Franz Semling. Bei den Sprengungen von Geldautomaten in der Region hat die Polizei mittlerweile "erfolgversprechende Hinweise", sagte Kripochef Arno Englen und deutete damit erstmals öffentlich einen Zusammenhang der Sprengungen an.

Sprengung von Geldautomaten

Löffingen, Titisee-Neustadt, Denzlingen, Schallstadt und Pfaffenweiler: An diesen Orten kam es im vergangenen Sommer zu Sprengungen von Geldautomaten. Ende Januar folgte eine Explosion in der Volksbank in Ihringen. "Wir sind dran an der Geldautomaten-Sprengungs-Serie", sagt Englen. Auf Details wollte er aus ermittlungstaktischen Gründen nicht eingehen. "Wir sind guter Dinge, dass wir das im Laufe des Sommers klären können", so Englen.

Wohnungseinbrüche

Bei den Wohnungseinbrüchen gab es im Landkreis einen deutlichen Rückgang um mehr als 60 Prozent von 268 Einbrüchen auf 109. Blickt man auf die vergangenen fünf Jahre, ist das ein Tiefstwert. Verstärktes Homeoffice und eine erhöhte Wachsamkeit hätten mit dazu beigetragen, dass viele Einbruchsversuche scheiterten. Rund 20 Prozent der Wohnungsdiebstähle wurden im Landkreis aufgeklärt. Das ist eine leichte Verbesserung zum Vorjahr. Allerdings liegt die Aufklärungsquote damit unter dem Landesschnitt (24 Prozent).

Sexualdelikte

Bei den Sexualdelikten gab es einen deutlichen Anstieg um 34 Prozent (von 139 auf 187). "Für diesen Anstieg ist vor allem die Verbreitung von pornografischen Schriften verantwortlich", sagt Kripochef Arno Englen. Es wurden im vergangenen Jahr im Landkreis allerdings auch 18 Menschen vergewaltigt.

Rauschgift

In Müllheim wurde eine extra Ermittlungsgruppe eingerichtet, die sich um Rauschgiftkriminalität kümmert und die im vergangenen Jahr erfolgreich unterwegs war, wie Kripochef Englen betonte. Er lobte auch die Anstrengungen, die das Revier in Titisee-Neustadt in dieser Hinsicht unternehme. "Wenn wir hinschauen, finden wir in der Regel auch was", sagte er. Daher erkläre sich auch der Anstieg bei der Rauschgiftkriminalität um zehn Prozent im Kreis.

Höchste Kriminalität in Müllheim

Gemessen an den Straftaten ist Müllheim mit 1230 Delikten deutlich an vorderster Stelle. Dies könne aus Sicht von Englen allerdings auch mit der verstärkten Ermittlungsarbeit im Rauschgiftbereich zusammenhängen. Auf Platz zwei landet Bad Krozingen (885 Straftaten), gefolgt von Titisee-Neustadt (866), Breisach (820) und Neuenburg (776).