Wenn das Nein-Gefühl kommt

Mia Sophie Morath und Franziska Sumser, Nuri Darvich, Lara Frank und Maja Fahn, Klasse 4c, Johannes-Grundschule, Hausen (Bad Krozingen-Biengen)

Von Mia Sophie Morath und Franziska Sumser, Nuri Darvich, Lara Frank und Maja Fahn, Klasse 4c, Johannes-Grundschule, Hausen (Bad Krozingen-Biengen)

Fr, 27. März 2020

Zisch-Texte

Das Präventionsprojekt "Mein Körper gehört mir" besuchte die Johannes-Grundschule Hausen.

Sabine Flack und Philipp Nägele, zwei Schauspieler aus Freiburg, kamen am 3. März mit einem Theaterstück zu uns in die Johannes-Grundschule in Bad Krozingen-Hausen.

Sie fragten uns, was wir mögen und was nicht, wie zum Beispiel zusammen spielen oder streiten. Danach lernten wir das Lied "Mein Körper gehört mir".

Anschließend spielten sie die erste Szene, in der ein Mädchen seine neue Haarbürste an einem Jungen ausprobierte. Sie bürstete so fest, dass es dem Jungen weh tat und er ein Nein-Gefühl bekam. Er sagte laut "blöde Kuh". Danach war das Mädchen vorsichtiger. Sabine Flack und Philipp Nägele sprachen mit uns über das Verhalten der beiden Kinder und spielten die Szene noch einmal. Diesmal sollten wir die Hand heben, wenn wir bei dem Jungen ein Nein wahrnahmen.

Die nächste Szene spielte im Schulbus. Als ein Mädchen im Bus eine Zeitschrift las, setzte sich ein Jugendlicher neben sie und umarmte sie, obwohl sie das gar nicht mochte. Nach ein paar Sekunden schrie das Mädchen ganz laut: Stopp. Der Junge erschrak sehr darüber und ging schnell weg. Einige von uns durften anschließend die Szenen nachspielen. Wir haben gelernt, dass es okay ist, Stopp zu sagen, wenn wir ein Nein-Gefühl haben. In den beiden darauffolgenden Wochen kamen die beiden mit dem Präventionstheater wieder zu uns. Die Zisch-Reporter Nuri Darvich, Lara Frank und Maja Fahn haben den Schauspieler Philipp Nägele bei seinem Besuch in ihrer Schule in Hausen interviewt, nachdem sie das Stück "Mein Körper gehört mir" angesehen hatten.

Zisch: Was arbeiten Sie?
Nägele: Ich habe mehrere Berufe. Ich bin Schauspieler, zum Beispiel in dem Stück "Mein Körper gehört mir", das ihr gesehen habt. Aber auch in Stücken für Erwachsene. Außerdem bin ich Trainer im Landesnetzwerk Konflikt-Kultur und führe mit verschiedenen Klassen ein mehrtägiges Sozialtraining durch. Oder ich mache Seminare und Workshops für Erwachsene, zum Beispiel zur Körpersprache.
Zisch: Welche Ausbildung haben Sie gemacht?
Nägele: Ich habe Sozial- und Theaterpädagogik studiert und bin ausgebildeter Schauspieler.
Zisch: Macht Ihnen die Arbeit mit Kindern Spaß?
Nägele: Ja, ich habe viel Freude daran, weil Kinder ein so ehrliches Publikum sind. Wenn es ihnen nicht gefällt, zeigen oder sagen sie es und umgekehrt auch.
Zisch: Was finden Sie an dem Theaterstück "Mein Körper gehört mir" wichtig?
Nägele: Kinder sollen unangenehme Situationen wahrnehmen und sich trauen, "Nein" zu sagen. Dazu haben sie auch das Recht. Kinder, die sexuellen Missbrauch erleben, lernen, dass sie sich jemandem anvertrauen und Hilfe holen dürfen. Und dass sie niemals selbst Schuld haben, wenn so etwas passiert.
Zisch: Wie lange spielen Sie dieses Theaterstück schon?
Nägele: Seit sechs Jahren. Wir haben in der Region insgesamt schon ungefähr 40 bis 50 Schulen besucht. Die allermeisten wollen, dass wir im nächsten Jahr wieder kommen.
Zisch: Gefällt es Ihnen, in andere Rollen zu schlüpfen?
Nägele: Ja, auf jeden Fall. Als Schauspieler kann man viel ausprobieren. In dem Theaterstück spielen meine Kollegin und ich abwechselnd Kinder und Erwachsene.