"Wer etwas erreichen will, sucht Wege"

Ines Bode

Von Ines Bode

Mo, 22. Juli 2019

Kandern

Festlicher Abschluss für 59 Schüler der August-Macke-Schule Kandern / Schüler nahmen im Programm Lehrer auf die Schippe.

KANDERN (inbo). "Au revoir", sangen die 59 Schüler der Abschlussklassen der August-Macke-Schule beim letzten Auftritt der Entlassfeier frei nach einem Popsong. 45 hatten den Realschulabschluss in der Tasche, 14 den Hauptschulabschluss. "Wir sind weg", ließ der Schülerchor verlauten, um gleichzeitig zu hoffen, dass "mein Name" nicht vergessen werde – man "in Erinnerung" bleibe. Der vierstündige Abend in der Gemeinschaftsschule endete wie er begann: mit Musik.

Lautstarker Applaus galt eingangs Hendrik Schwarz für sein Klavierspiel, Anlass für Rektorin Ursula Ganzke zur Ankündigung: "Wir werden heute aufs Vortrefflichste unterhalten". Das galt für die nächste Tastenkünstlerin Mila Chaiyavan wie für alle Beiträge auf der Bühne im Foyer. Zum zweiten Mal versammelte sich die "Festgesellschaft" in der Schule statt in der riesigen Turnhalle, die Klassen sind kleiner geworden, nun ist für alle Gäste Platz in der Schule. Der Vorteil war noch der Schulhof, der das Bild einer fröhlichen Sommerparty bot.

Erstmals hatten die "Hauptpersonen mit den strahlenden Mienen" die Einrichtung als Kind betreten, um sie nun als junge Erwachsene zu verlassen, wie Bürgermeisterstellvertreter Johann Albrecht befand. Dazwischen liegen "weit über 2000 Tage" (Ganzke). Albrecht nahm sich des Begriffs "Schulalltag" an, das "u" stehe etwa für "unbeschwerte" Zeiten. Die Elternbeiratsvorsitzende Carolin Geling bemerkte, jeder der Anwesenden habe ganz eigene Gründe zu Freude und Erleichterung: ob Eltern, Lehrer oder Schüler. An die Abschlussschüler gab sie die Weisheit weiter: Wer etwas vermeiden wolle, suche Gründe – wer etwas erreichen wolle, suche Wege. Davon, dass Träume wahr werden, wenn man den Mut habe, ihnen zu folgen, kündete Schulsprecherin Louisa Goller.

Ursula Ganzke ging in ihrer Rede auf die vielen Aktivitäten ein, die neben dem eigentlichen Lernen die Zeit an der Schule füllten. Vorn rangierten Klassenfahrten, Projekttage und besondere Beschäftigungen wie für die Schülerzeitung, die Amacka-News. Eltern und Angehörigen galt ein Dankeschön. Zwei Drittel der Verabschiedeten werden weiter Schüler bleiben, ließt sie wissen, der Rest beginne eine Berufsausbildung.

Wie sich das Leben gestaltet, beispielsweise als Millionär, bildete das Thema nach dem offiziellen Teil. Getreu dem Muster einer bekannten TV-Show durften Kandidaten glänzen oder sich blamieren. Vorher ermunterte die Rektorin, wer den Kontostand mit sechs Nullen nach der Eins erreichen wolle, "muss hart arbeiten und fest an sich glauben" (außer, man habe geerbt). Offen bleibe die Frage, ob Geld das wahre Glück bedeute, so Ganzke, die kund tat: Echte Freude lasse sich im Beruf finden. Zu jenen, die mit Selbstbewusstsein ausgestattet sind, gehörte Simon-Linus Schulz, der die Gäste eloquent begeisterte. Gleiches gelang Gianna Sternberger, deren Jazzstimme – mit Tremolo – verzauberte, was ihr tosenden Beifall bescherte. Laut ging es auch beim Quiz zu. Die Zuschauer amüsierten sich, denn natürlich drückten Lehrkräfte die Ratebank und die Fragen riefen Ratlosigkeit hervor. Welcher Lehrer drückte seinen Ärger mit dem Satz aus: "Deine Eltern sollten Schmerzens- statt Kindergeld bekommen?" Die nächste Vorstellung verwandelte gar Lehrer in Schildbürger, die das Licht mit Körben fangen wollten.

Gesunden Ehrgeiz zeigten die Besten der vier Klassenzüge, die mit Preisen bedacht wurden, teils mehrfach. Die Realschülerin Tanja Vögtlin errang den Notendurchschnitt 1,0, "das hatten wir lange nicht". Bedauert wurde, dass sie erkrankt war und beim Abschluss fehlen musste.