Irritationen um Medenrunde beim TC Rheinfelden

uwo, zok

Von Uwe Rogowski & Matthias Konzok

Di, 30. Juni 2020

Tennis

Wettkämpfe nicht erlaubt? Grenzacher Oberliga-Frauen verlieren "typisches erstes Spiel" der Tennissaison / Grenzacher Badenliga-55-Männer erspielen sich Titelfinale.

(uwo/zok). Eigene Umkleide und Duschen, eigene Tische mit Essen und "nur mit abgepackten Riegeln", wie Nicola Grether berichtet: Die Veränderungen in Zeiten der Pandemie fielen zum Auftakt der Tennis-Oberliga ins Auge. Und doch "war es recht normal", resümiert die Kapitänin des TC 1923 Grenzach nach dem Spiel beim TC Pforzheim. Ins gewohnte Bild passte auch das Flair einer Auftaktpartie. "Es war ein typisches erstes Spiel. Obwohl es um nichts geht, war jeder nervös", so Grether.

Die Psyche war ein Faktor für die 0:9-Niederlage, ebenso wohl die Physis. Die "relativ jungen" Pforzheimerinnen wirkten auf Grether "recht fit, sie haben sicher mehr trainiert". Angesichts des überschaubaren Zwei-Spiele-Programms und einer Runde ohne sportliche Konsequenzen "haben wir nur einmal pro Woche trainiert", sagt Grether, was jedoch "für die Oberliga zu wenig ist". Dennoch wären zwei, drei Matchgewinne möglich gewesen, "Frieda Sutter und Claire Marie Hupfer haben richtig gut gespielt". Nach Gewinn des ersten Satzes mussten sie in den Match-Tiebreak – und hatten das Nachsehen.

Die Grenzacher Badenliga-55-Männer gewannen hingegen auch ihr zweites Saisonspiel. Durch den 7:2-Erfolg gegen den TC Bad Schönborn steht der TC 1923 vor einem Titelfinale gegen den TC Weinheim (Samstag). Doch erscheint die Hürde zum Aufstieg in die Südwestliga hoch. Denn gegen die favorisierten Weinheimer muss Grenzach im dritten und letzten Saisonspiel im Matchverhältnis aufholen, mindestens ein 6:3 ist notwendig. Gegen Bad Schönborn boten die Grenzacher eine souveräne Vorstellung, führten nach den Einzeln 4:2, Roland Stabbauer und Daniel Epper blieben dabei ohne Spielverlust.

Irritationen gab es um die Medenrunde in Rheinfelden, wo die Frauen-Reserve des TC zwei Heimspiele in der zweiten Bezirksklasse austragen wollte. Dies sei verwehrt worden, hieß es von Seiten des Clubs, die Stadt habe keine Wettkämpfe erlaubt. Die Behörde beriefe sich auf die noch recht scharfe Corona-Verordnung vom 2. Juni. "In ganz vielen Vereinen wird gespielt und alle sind verwundert, dass wir es in Rheinfelden nicht dürfen", sagt Mannschaftsführerin Sandra Müller. Die Nichterlaubnis sei "etwas schräg". Die Rheinfelderinnen sind deshalb auf die Courts des TC Grenzach-Wyhlen ausgewichen, "vielen Dank an den Verein. Das ist nicht selbstverständlich", so Müller.

Ruzana Reuther von der Stadtverwaltung (Abteilung Steuerung, Schule & Sport) erklärt auf Nachfrage, dass die Austragung nicht verboten worden sei, man "hätte die Wettkämpfe durchführen dürfen". Allerdings hätte gewährleistet sein müssen, dass "Umkleiden und Duschen bei unseren Sportanlagen definitiv geschlossen bleiben", was eine Austragung stark beeinträchtigt. Und: Der erste Passus in den Nutzungsregeln der Stadt ("Der Betrieb dieser Anlage ist auf Trainings- und Übungszwecke zu begrenzen") lässt tatsächlich von einem generellen Verbot für Wettkämpfe ausgehen.

Geschadet hat der Umzug der Rheinfelder Reserve nicht, sie gewann beide Partien und ist vor dem abschließenden (Auswärts-)Spiel Tabellenführer. Aufgrund der weitreichenden Lockerungen, der sogar für Kontaktsport gilt, kann der TC am Sonntag in der Bezirksliga Frauen und eine Woche später in der zweiten Bezirksliga der Männer nun wohl auch mit Heimspielen planen. In dieser Woche werde der Corona-Krisenstab der Stadt tagen und vermutlich "neue Nutzungsregeln" verabschieden, so Reuther.

TC Pforzheim – TC 1923 Grenzach 9:0

Karcher – L. Sutter 6:0, 6:1; Karcher – Gämperli 7:6, 6:0; Hascher – F. Sutter 6:7, 6:3, 10:8; von Egloffstein – Grether 6:4, 6:2; Hell-Karcher – Hupfer 3:6, 6:3, 10:4; Fix – Schebesta 6:0, 6:1; Karcher/von Egloffstein – L. Sutter/Schebesta 6:0, 6:0; Kurz/Fix – Gämperli/Hupfer 6:1, 6:4; Karcher/Hascher – F. Sutter/Grether 6:4, 6:1.
Grenzach – Bad Schönborn 7:2

Stabbauer – Feist 6:0, 6:0; Fisch – Hering 6:1, 6:4; Epper – Woll 6:0, 6:0; Gerteiser – Woll 3:6, 0:6; Flury – Faulhaber 6:3, 6:3; Löhr – Müller 6:2, 4:6, 7:10; Stabbauer/Gerteiser – Feist/ Faulhaber 6:2, 6:1; Fisch/Flury – Hering/Müller 6:4, 6:4; Zürn/Septinus – Woll/Karol 7:5, 6:0.