Präsidentschaftswahl

Widodo bleibt Präsident in Indonesien

Willi Germund

Von Willi Germund

Di, 21. Mai 2019 um 21:29 Uhr

Ausland

Er tritt gerne im Batikhemd auf, gibt sich bescheiden und ist Fan von Heavy-Metal-Musik: Nach fünf Jahren an der Spitze Indonesiens ist Joko Widodo erneut zum Präsidenten gewählt worden.

JAKARTA/BANGKOK. Vier Wochen nach der Präsidentschaftswahl in Indonesien hatte es die Wahlkommission des Landes eilig. Einen Tag früher als geplant verkündete sie das Resultat am frühen Dienstag. Amtsinhaber Joko Widodo wurde mit 55,5 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt. Sein einziger Widersacher, Ex-General Prabowo Subianto, erhielt 44,5 Prozent. Der Grund der plötzlichen Hast: Ex-General Prabowo will sich nicht geschlagen geben. Die Regierung fürchtete, dass der Verlierer seine Verbündeten von den islamistischen Milizen zum Proteststurm ausrücken lässt.

Am Dienstag weigerte sich Prabowo, der 2014 beim ersten Anlauf auf das Präsidentenamt gescheitert war, das offizielle Ergebnis zu unterzeichnen. Seine Mannschaft verkündete, man wolle beim Verfassungsgericht Beschwerde einlegen. Dabei hatte der Ex-General, der einst mit einer Tochter des 1998 gestürzten Diktators Suharto verheiratet war, während der vergangenen Wochen mehrfach verkündet, er setze im Fall einer Niederlage auf die "Macht der Leute" auf den Straßen der drittgrößten Demokratie der Welt. Im Wahlkampf war der Sohn einer christlichen Mutter ungeniert gemeinsam mit Vertretern der islamistischen Milizen des Landes aufgetreten, die Indonesien unter die Fuchtel von Scharia-Regeln stellen wollen.

Jakarta konterte auf solche Drohungen mit knallharten Mitteln. Ein Sprecher von Prabowos Team wurde am Montag nach einem Protestaufruf unter dem Vorwurf des Verrats festgenommen. Zuvor hatte der Polizeichef des 17 000 Insel umfassenden Staats gewarnt, dass er mit ähnlich drakonischen Mitteln gegen Anti-Wahl-Proteste vorgehen würde. In der Bevölkerung findet Prabowo ebenfalls wenig Rückhalt. "Das Wahlergebnis zeigt, die Indonesier wollen Demokratie und keine islamistische Herrschaft", sagt Tommy Suryopratomo vom Sender Metro TV. Die 250 Millionen überwiegend muslimische Einwohner zählende drittgrößte Demokratie der Welt scheint unter Widodo fest entschlossen, die gerade mal zwei Jahrzehnte alte Volksherrschaft gegen ihre Feinde zu verteidigen. "Ich bin der Präsident aller Indonesier", sagte dieser der New York Times. "Demokratie schützt Pluralismus."