Hochzeitsplanung

Wie kann man den schönsten Tag des Lebens aktuell feiern?

Birgit Herrmann

Von Birgit Herrmann

Mi, 05. August 2020 um 15:59 Uhr

Liebe & Familie

Corona stellt alles auf den Kopf – auch die Terminkalender von Brautpaaren. Trotzdem heiraten oder lieber verschieben? Wir haben die Elzacher Hochzeitsplanerin Anna-Maria Rock gefragt.

BZ: Wie ist gerade die Stimmung bei Paaren, die in diesem Jahr heiraten wollen?
Anna-Maria Rock: Die Stimmung ist gut. Es wird fest geheiratet. Viele entscheiden sich sogar noch spontan für ein kleineres Fest – zum Beispiel eine Gartenfeier oder am Pool der Eltern.

BZ:
Wie darf aktuell gefeiert werden?
Rock: Es darf mit bis zu 100 Personen ohne Hygienekonzept und Mundschutz gefeiert werden. Tanzen darf nicht im Vordergrund stehen, doch darf man auch den Hochzeitstanz und eine kleine Feier abhalten.

BZ:
Welche Tipps geben Sie, damit die Feier sicher ablaufen kann?
Rock: Wir raten immer, sich Möglichkeiten outdoor zu suchen. Zum Beispiel ein Dinner im Garten mit dem hübschen Weddingframe. Den Hochzeitstanz mit Wunderkerzen draußen zu planen und dann auch Lounges aufzubauen, so dass man Abstand gut und charmant umsetzen kann.

BZ: Was ist ein Weddingframe?
Rock: Es handelt sich um eine Holz-Stahl-Konstruktion. Das Hauptelement ist drei mal drei Meter groß, lässt sich aber kinderleicht um jeweils drei Meter erweitern. Mit dem Weddingframe sind ein Lichterhimmel, Blumen von der Decke oder Sonnenschutz ganz einfach umzusetzen.

BZ:
Was raten Sie noch unsicheren Kunden: Verschieben oder durchziehen?
Rock: Corona sagt am 31. Dezember nicht Ade, daher raten wir zu heiraten! Nächstes Jahr wird es einige Locations und Dienstleister nicht mehr geben, wie uns schon bekannt ist. Auch hat ja jedes Brautpaar weitere Pläne und kann diese dann weiterführen.

BZ:
Gibt es noch freie Termine für 2021?
Rock: Das Jahr 2021 ist derart voll, dass viele Dienstleister Probleme haben werden. Locations für nächstes Jahr findet man schon gar nicht mehr.

BZ: Haben Sie einen Tipp?
Rock: Heiraten unter der Woche oder im Winter ist angesagt, hier gibt es natürlich noch Möglichkeiten.

BZ:
Was ist für Sie das Schwierigste an der aktuellen Situation?
Rock: Im Moment ist einfach Eigenverantwortung gefordert. Jeder muss entscheiden, was für ihn gut ist und was nicht. Es gibt für unsere Brautpaare auch einige Absagen von Gästen – natürlich wegen Corona. Das ist laut Aussage eines Paares auch absolut okay. Oder wenn jemand abends nicht eng tanzen mag oder auf die Umarmung bei der Gratulation verzichten möchte – das ist in Ordnung. Wichtig ist: Man kann schön feiern, wenn man kreativ ist und sich Lösungen überlegt und jedem die Möglichkeit gibt, Abstand zu halten und sich wohlzufühlen.

Anna-Maria Rock, 33, ist seit 2009 als Wedding-Planerin und -Designerin tätig. Zuvor war die Hotelfachfrau in der Hotellerie im Bereich Eventmanagement in New York, Salzburg, St. Moritz und München tätig und machte in Heidelberg den Abschluss zur Hotelmeisterin.

INFO

Seit dem 1. Juli muss für Veranstaltungen mit weniger als 100 Teilnehmern kein Hygienekonzept mehr erarbeitet werden. Es gibt keine Maskenpflicht, keine Abstandsregelungen, Tanzen ist zulässig. Ab dem 1. August sind dann wieder Veranstaltungen mit weniger als 500 Personen erlaubt. Die Abstandsregel von 1,5 Meter muss in der Kirche eingehalten werden. Tipp von Anna-Maria Rock: Bei der Pfarrei nachfragen, ob die Trauung auch unter freiem Himmel stattfinden kann. Dann können Familien oder Haushalte nach Sitzordnung sitzen.