Spitzensport

Wie mit Doping das Leben vieler Athleten auf Spiel gesetzt wurde

Andreas Strepenick

Von Andreas Strepenick

Sa, 25. August 2018 um 12:08 Uhr

Sportpolitik

BZ-Plus Im Sport behauptet man nur zu gern, dass der Zweck nicht jedes Mittel heiligen darf. Ein Blick in die Abgründe des Spitzensports - und in die Geschichte der Freiburger Sportmedizin.

Alwin Wagner war Diskuswerfer. Er gehörte zu den Besten in der Bundesrepublik Deutschland. Er liebte seinen Sport, und er liebte sein Land. Er glaubte seinen Trainern und vertraute den Versprechungen, die ihm dieses Land machte. Der groß gewachsene Leichtathlet, ein Hüne, wuchs hinein in eine Zeit, in der sein Sport noch etwas galt und er als Held und Vorbild dienen konnte, solange er nur tat, was von ihm erwartet wurde und er die Leistung brachte, die man von ihm verlangte. Um jeden Preis.

Heute ist Wagner 67 Jahre alt, und er zahlt den Preis. Er bekam Darmkrebs und Blasenkrebs, wurde elfmal operiert. Die Liste seiner Erkrankungen ist nun so lang wie die Liste seiner damaligen Erfolge. Er hat seinen Körper zerstört, und er weiß heute, dass der Sport das nicht wert war. Er schluckte Anabolika und ließ sich spritzen mit Substanzen und Medikamenten, von denen er bis heute nicht weiß, wie sie eigentlich heißen und was sie bewirken. Wagner ist davon überzeugt, dass Doping ihn krank gemacht hat.

Er erinnert sich noch sehr gut daran, wie alles begann, wie er im Jahr 1977 nach Freiburg fuhr und sich in die Hände der Sportmediziner an der Universitätsklinik begab. Professor Armin Klümper, berichtete er der Süddeutschen Zeitung, habe ihm eine Spritze "inne Arschbacke" injiziert, und als Wagner fragte, was denn drin sei in der Spritze, habe Klümper nur geantwortet: "Junge, du brauchst Dir keine Gedanken zu machen. Ich will nur das Beste."

Wagner beschwerte sich schon 1981 bei Funktionären
Der Arzt wollte das Beste, und Wagner wollte der Beste sein. Damit er noch besser wurde, verschrieben Klümper und seine Assistenten dem Diskuswerfer über Jahre hinweg Anabolika: ...

BZ-Plus-Artikel

Einfach registrieren und Sie können pro Monat 10 Artikel kostenlos lesen - inklusive BZ-Plus-Artikel und BZ-Archiv-Artikel.

Gleich können Sie weiterlesen!

Exklusive Vorteile:

  • 10 Artikel pro Monat kostenlos
  • BZ-Plus-Artikel lesen
  • Online-Zugriff auf BZ-Archiv-Artikel
  • Qualitätsjournalismus aus Ihrer Heimat
  • An 18 Standorten in Südbaden – von 150 Redakteuren und 1500 freien Journalisten
  • Verwurzelt in der Region. Kritisch. Unabhängig.
  • Komfortable Anzeigenaufgabe und -verwaltung
  • Weitere Dienste wie z.B. Nutzung der Kommentarfunktion
  • Zugang zu mehreren Portalen der bz.medien: badische-zeitung.de, fudder.de und schnapp.de

* Pflichtfelder

Anmeldung

* Pflichtfelder

Meine BZ