Förderzentrum Hochschwarzwald

Wieder Unterricht in den Klassen

Peter Stellmach

Von Peter Stellmach

Mo, 11. Januar 2021 um 17:06 Uhr

Titisee-Neustadt

Freudig war die Stimmung am Montagmorgen am Förderzentrum Hochschwarzwald. 21 Schüler der Abteilung geistige Entwicklung (Gent) sind in die Klassenzimmer zurückgekehrt.

Die Eltern von fünf Kindern und Jugendlichen mit geschwächtem Immunsystem erachten das Risiko als zu groß, sie bevorzugen Fernlernen.

Dass Schule wieder in der Schule stattfinden kann, ist seit 6. Januar bekannt, die Eltern haben die Wahl gehabt, erläutert die kommissarische Schulleiterin Sabine Bayer.

Die Voraussetzungen für den Unterricht zuhause sind geschaffen. Doch der Unterricht in der Klasse bietet Vorteile, weiß der im Schulleitungsteam für Gent zuständige Oliver Wacker. Wer sich nicht ausdrücken könne oder schlecht verstehe, für den sei eine Videoschalte wenig tauglich, erklärt er. Das handlungsorientierte Lernen und das Lernen mit Sinnen spielten eine wichtige Rolle, beispielsweise das Schneiden von Papier mit der Schere oder das Befühlen, Erleben von Verstehen von Material, auch das gehe nur in enger Begleitung.

Kontakte sind doppelt wichtig

Bayer weist darauf hin, dass die Kontakte allgemein beschränkt sind, die Sechs- bis 20-Jährigen aber sowieso eingeschränkte Kontaktmöglichkeiten haben. Das Miteinander tue also gut, gleichzeitig seien die Eltern von der intensiven Betreuung entlastet. Nicht zuletzt gebe der Unterricht dem Alltag Struktur.

Das Kollegium kennt die Diskussion um die Rückkehr zu Unterricht in der Klasse an den sonderpädagogischen Bildungszentren, auch die teils kritischen Stimmen dazu. Am Förderzentrum habe sich jedoch niemand negativ geäußert. Abstand 100-prozentig einzuhalten sei "sicher nicht möglich", erwähnen Bayer und Wacker die teils notwendige, teils unvermeidliche körperliche Nähe. Sei es im Unterricht, etwa beim Richten von Arbeitsmaterial. Sei es beim Essen das Gabel- und Löffelführen, teils Füttern. Sei es beim Windeln. Das Schulleitungsteam sieht die Schule aber gerüstet. Die Räume seien groß, die Zahl der Schüler betrage höchstens sieben, schon bei neun würde geteilt werden. Die Ausstattung mit Schutzausrüstung sei großzügig, FFP2-Masken und striktes Lüften seien obligatorisch, nur einige Schüler sähen die Maske nicht ein oder empfänden sie als unerträglich und streiften sie ab.

Die Abteilungen Lernen und Sprache sind noch zuhause, gespannt wartet Bayer darauf, welches Vorgehen entschieden wird.