"Man kann so viel bewegen"

Regina Lorenz

Von Regina Lorenz

Mi, 13. März 2019

Winden im Elztal

Die Windener Gemeinderätin und Kreisrätin Pia Lach hat den SPD-Frauenpreis erhalten.

WINDEN. Zum elften Mal wurde am vergangenen Sonntag der SPD-Frauenpreis der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) im Landkreis und der SPD-Landtagsabgeordneten Sabine Wölfle verliehen. Der Preis ging an Pia Lach, eine seit 30 Jahren aktive Kommunalpolitikerin. 24 Jahre war sie alt, als sie beschloss, die Entwicklung ihrer Gemeinde mit zu gestalten. Im Juli 1990 wurde sie in den Gemeinderat Winden gewählt.

Doch auch im Jahre 2019 liegt der Anteil von Frauen in baden-württembergischen Gemeinderäten bei nur 23,9 Prozent. Damit ist das Land "politisches Entwicklungsland", wie Sabine Wölfle in ihrer Laudatio sagte. Winden sei eine Ausnahme: Die SPD hat vier Sitze, auf drei davon sitzen Frauen. "Pia Lach ist ein wunderbares Beispiel, dass es sich als Frau lohnt, sich politisch zu engagieren", sagte Wölfle, die frauenpolitische Sprecherin ihrer Fraktion im Landtag ist.

"Sie hat sich immer für die Belange der Einwohner eingesetzt", lobte Klaus Hämmerle, Bürgermeister von Winden, seine erste Stellvertreterin. 2012 wurde Pia Lach Mitglied des Kreistags, seit 2014 führt sie die SPD-Kreistagsfraktion. ÖPNV, Sozialticket und Ausbau der Elztal-Bahn sind ebenso ihre Themen wie die Kinder- und Jugendbetreuung.

Lach hat, wie aufgelistet wurde, mit dem Gemeinderat die Wasserversorgung ebenso angepackt wie das "heilige Thema" einer gemeinsamen Feuerwehr. Dass ihr Engagement gut ankommt, spiegelt sich darin, dass sie 2009 und 2014 Stimmenkönigin der Gemeinderatswahl war.

Pia Lach dankte allen Gratulanten: Sie äußerte sich erfreut über den musikalischen Beitrag der Musikkapelle Oberwinden und warb dafür, dass Frauen politisch aktiv werden: "Man lernt so viel, der Horizont wird so weit und man kann so viel bewegen." Allerdings seien viele Frauen eher sozial engagiert und wollten nicht noch ein Ehrenamt − oder es fehle ihnen an Mut. Und natürlich müssten neben dem politischen Amt oft noch ein Job und eine Familie gemanaget werden.

Mit Tränen in den Augen und leicht schwankender Stimme dankte Lach ihrer Familie. Ihr Mann, der so manche Stunde auf sie verzichten muss, bekam verbal einen "fetten Schmatz". Sie dankte auch den Eltern, die "immer da waren und nie Nein sagten", gerade zu Beginn, als die Söhne noch klein waren. Sie dankte auch allen Wegbegleiter im privaten und beruflichen Bereich – schließlich ist sie auch in Vollzeit als Bankkauffrau tätig.

Den Geldbetrag, der mit dem Preis verbunden ist, will Pia Lach an die Stiftung "Brücke" in Emmendingen spenden.