"Wir wollen das Image, das Singen hat, verbessern"

Annika Sindlinger

Von Annika Sindlinger

Do, 26. August 2021

Ettenheim

DREI FRAGEN AN Bernhard Schmidt, den Leiter des Kirchenchors in Münchweier, über 15 000 Euro Fördergeld vom Bund.

. Der Kirchenchor Münchweier hat allen Grund zur Freude. Sein Antrag auf Fördermittel aus dem Programm "Impuls" ist bewilligt worden. 15 000 Euro soll der Chor bekommen. Gedacht ist das Förderprogramm dafür, die Amateurmusik in Deutschland nach den schwierigen Monaten der Pandemie wieder zu beleben und zu sichern. Wie das in Münchweier klappen soll, erklärte Chorleiter Bernhard Schmidt BZ-Redakteurin Annika Sindlinger.

BZ: Herr Schmidt, der Kirchenchor bekommt die Höchstfördersumme von 15 000 Euro. Was werden Sie mit dem Geld machen?

Schmidt: Wir haben damit eine Imagekampagne gestartet. Die Idee des Projektes ist es ja, Musik im ländlichen Raum zu fördern – sowohl jetzt nach den Entbehrungen durch die Corona-Krise, als auch längerfristig. Wir wollen das Image, das das Singen durch die Pandemie bekommen hat – dass es besonders gefährlich sei – verbessern. Wir wollen den Menschen zeigen, dass Singen gesundheitsfördernd ist, dass sich die Atmung verbessert, die Körperhaltung verändert und vieles mehr.

BZ: Und was planen Sie genau?

Schmidt: Wir bekommen eine neue Homepage und ein neues Logo, die wir auch nach dem Projekt behalten. Außerdem werden wir die Menschen ab Oktober einladen, für drei Monate mit uns zu arbeiten. Wir wollen ihnen zeigen, dass wir auch abseits des Singens eine tolle Gruppe sind, die viel in Münchweier macht und zum Beispiel Feste und Feierlichkeiten mitgestaltet. Die Leute, die dann kommen, bekommen von uns Einzelstimmbildung geschenkt und können so ihre Stimme unter professioneller Anleitung entdecken. Das wird alles aus den Mitteln finanziert. Sie sollen im Betrieb mitschwimmen und die Gruppe kennenlernen. Es wird kleinere Auftritte bis Jahresende geben und einen Abschluss an Neujahr.

BZ: Wie war das vergangene Jahr für den Kirchenchor in Münchweier?

Schmidt: So schlecht, wie bei allen anderen auch. Es war eine große Belastung, und wir mussten alle großen Projekte absagen. Wir hatten zum Beispiel eine große Reise nach Paris geplant, die wir schon zum zweiten Mal verschieben mussten. Wir haben nur in kleinen Gruppen mit fünf Leuten in Gottesdiensten gesungen. Wir haben, so lange es ging, in kleinen Gruppen geprobt. Man hat immer gehofft, dass die nächste Corona-Verordnung besser ist, aber bis Juni war das nicht der Fall.

Bernhard Schmidt (39) leitet seit 2011 den Kirchenchor in Münchweier. Zudem ist er Leiter von weiteren Ensembles und Chören in ganz Südbaden. 2017 wurde er als musikalischer Vertreter der Landesverbände in das Präsidium des deutschen Chorverbandes berufen. Er lehrt an den Musikhochschulen in Freiburg und in Mannheim.

Das Förderprogramm: Fast 20 Millionen Euro stellt das neue Förderprogramm "Impuls" für Amateurmusik im ländlichen Raum zur Verfügung. Gespeist wird das Programm aus Mitteln des Bundesförderprogramms "Neustart Kultur". Das Programm soll den Musizierenden Impulse geben und sie motivieren, ihre Vereine und Gruppen nachhaltig zu stärken und sie sichtbar zu machen.

Weitere Infos zum Programm unter: mehr.bz/impuls