Fehlende Badeaufsicht

Wird der Badesee in Eggingen zum Privatbad umfunktioniert?

Yvonne Würth

Von Yvonne Würth

Mi, 22. Mai 2019 um 13:06 Uhr

Stühlingen

Für den Badesee Eggingen finden sich keine Aufseher. Nun steht die Idee im Raum, ihn nur noch von einem neu zu gründenden Verein nutzen zu lassen. So entfiele die Verpflichtung zur Badeaufsicht.

Da es für den Badesee Eggingen in dieser Saison bis dato trotz Suche durch die Gemeindeverwaltung weder Kiosk-Betreiber noch Badeaufsicht gefunden wurde, kann der Badesee vorerst nicht geöffnet werden. In jüngster Gemeinderatssitzung sorgte Holger Kostenbader für einen Lichtblick. Eggingen könnte sich an dem 371 Seelen-Dorf Hohenthann im Landkreis Rosenheim orientieren, das einen bis 2008 als öffentliches Bad genutzten Löschweiher zu einem privat betriebenen Bad umfunktionierte.

Bis 2008 war für Bäder, die keine Eintrittsgelder verlangten, beziehungsweise für Naturbecken oder Freigewässer keine Badeaufsicht erforderlich. Für den Egginger Badesee galt dies bereits ab 2005, wie der frühere Pächter Bernd Zimmer wusste.

Rechtlich gibt es Möglichkeiten, dass ein neu zu gründender Verein den Badesee ausschließlich nutzen kann. Dann entfällt die Verpflichtung, eine Badeaufsicht durch einen Rettungsschwimmer mit Silbernem Rettungsschwimmabzeichen zu stellen. Jeder, der schwimmen möchte, kauft beispielsweise für einen Jahresbeitrag von 15 Euro einen Chip, wird Mitglied und akzeptiert einen Haftungsausschluss für Erwachsene und die Sorgfaltspflicht für Kinder.

Bürgermeister Karlheinz Gantert und Gemeinderäte legten zusammen mit fünf Frauen, die sich in den letzten Sommern zum Morgenschwimmen getroffen hatten, den Mittwoch, 29. Mai, um 19 Uhr in der Gemeindehalle Eggingen als Termin für einen Informationsabend fest. Dann kann die Gründung des Schwimmbadvereins Eggingen besprochen werden. Doris Nagy, Marlies Lott, Lisbeth Schönle, Helga Radke und Hanni Globisch erklärten sich im Vorfeld bereit, aktiv zu werden, damit die Gruppe wieder schwimmen kann.

Dennoch läuft die Suche nach Kioskpächter und Badeaufsicht parallel weiter. Die Gemeinde bietet einem Pächter 3200 Euro brutto monatlich während der Badesaison, dazu ist der Kioskbetreiber an 40 Prozent der Einnahmen beteiligt. Im vergangenen Sommer seien dies über 6000 Euro zusätzlich gewesen. "Wir können den Betrieb am See im Juni nicht öffnen", schloss Karlheinz Gantert, denn eine Vereinsgründung benötige Zeit. Die Gemeinde würde dem Verein unter die Arme greifen, denn der Badesee verlangt eine aufwendige Wasser- und Geländepflege.

Bis zur Infoveranstaltung erkundigt sich Hauptamtsleiterin Susanne Kaemmer nach Vereinsgründungsregularien, es werden die Schwimmbadvereine Stühlingen und Mauchen nach Umsetzungsmöglichkeiten für den Badesee durchleuchtet. 1999 hatte der Gemeinderat die Umwandlung des "Heidelbades" in einen Naturbadesee beschlossen. Als erste Gemeinde Süddeutschlands wagte Eggingen diesen Schritt. Der Badesee wurde 2002 eröffnet.