Bilanzskandal

Wirecard-Manager soll V-Mann gewesen sein

Thomas Magenheim-Hörmann

Von Thomas Magenheim-Hörmann

Fr, 30. Oktober 2020 um 19:10 Uhr

Wirtschaft

Der flüchtige Wirecard-Manager Jan Marsalek könnte für Österreichs Geheimdienst gearbeitet haben. Die Bundesanwaltschaft hat Anhaltspunkte dafür.

Aus dem Wirtschaftskrimi um die Skandalfirma Wirecard wird immer mehr auch ein Agententhriller. Denn der flüchtige Topmanager Jan Marsalek könnte Spion und Wirecard-Vorstand in Personalunion gewesen sein. Dieser Verdacht wird durch eine Antwort genährt, die der Linken-Bundestagsabgeordnete Fabio De Masi auf eine schriftliche Anfrage erhalten hat.

Demnach liegen der Bundesanwaltschaft Anhaltspunkte dafür vor, dass Marsalek "von einem Mitarbeiter des österreichischen Bundesamts für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT) als Vertrauensperson geführt wurde", heißt es in der Antwort des Bundesjustizministeriums. Hohe Justizkreise bestätigen den Status Marsaleks als V-Mann.

Österreichische Behörden äußern sich nicht dazu

Keine zureichenden Anhaltspunkte gebe es bisher dafür, dass der 40-jährige Österreicher gegen Deutschland spioniert habe, erklärte eine mit den Vorgängen vertraute Person. Ohne einen solchen Anfangsverdacht könne die Bundesanwaltschaft nicht tätig werden. Das könne sich aber ändern, sobald neue Erkenntnisse von Geheimdiensten oder anderen Ermittlern vorliegen. Österreichische Behörden äußerten sich auf Anfrage nicht dazu.