Destreckter Stoff

Bei Kaschmirwolle handelt es sich oft um Imitate

Nadine Zeller

Von Nadine Zeller

Do, 22. November 2012 um 00:03 Uhr

Wirtschaft

Nicht überall, wo Kaschmir draufsteht, ist auch Kaschmir drin. Die Naturfaser hat sich zur Massenware gewandelt. Etikettenschwindler sorgen dafür, dass der teure Stoff nie ausgeht.

Kaschmirpullover sind nicht erst der Renner, seit Bundestrainer Joachim Löw mit seinem stahlblauen Exemplar am Spielfeldrand in Südafrika stand. Wer die flauschige Wolle in den Händen hält, fühlt sich an Babyhaar erinnert. Die hochwertige Faser stammt von der Kaschmirziege, die aus dem Hochgebirge der gleichnamigen Region in Asien kommt. Einmal pro Jahr können rund 100 Gramm der weichen Unterwolle aus ihrem Fell gekämmt werden. Für einen Kaschmirpullover benötigt man die dreifache Menge. Kaschmirwolle ist knapp und teuer. Dennoch hat sich die Edelfaser vom Luxusprodukt zur Massenware gewandelt.

Allein 2011 sind nach Angaben des baden-württembergischen Verbands Südwesttextil 1008 Tonnen an Kaschmirpullovern, Schals und Handschuhen nach Deutschland importiert worden. Die meisten Strickwaren kommen dabei aus China.

Michael dal Grande ist seit 20 Jahren im Kaschmirgeschäft. Der Lörracher Unternehmer kauft Kaschmirwolle in Afghanistan, Iran, Zentralasien und der Mongolei. Seine Hauptabnehmer sind China und Italien. Dal Grandes Lager steht in Bremen. 2011 importierte er rund 25 Tonnen Kaschmirrohwolle nach Deutschland. Rund die Hälfte davon landet in Spinnereien wie der Lampertsmühle in Kaiserslautern, Forst in ...

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