Rusal bekommt Konkurrenz bei Alu Rheinfelden

Dora Schöls

Von Dora Schöls

Fr, 26. März 2021

Wirtschaft

Zender legt Insolvenzplan vor.

. Überraschende Wendung im Ringen um eine Zukunft für die Alu Rheinfelden: Die Geschäftsführerin des Unternehmensbereichs Alloys, Erika Zender, hat mit der Investmentgesellschaft Euroatlantic Group beim Amtsgericht Lörrach einen Insolvenzplan eingereicht. Das teilte die Tochter und Erbin des 2019 verstorbenen Alu-Eigentümers Alois Franke am Donnerstag mit. Sie tritt damit in Konkurrenz zum russischen Aluminiumriesen Rusal, der den Rheinfelder Spezialisten kaufen will.

Das Kartellamt hat die Übernahme durch Rusal bereits genehmigt, die Zustimmung des Bundeswirtschaftsministeriums steht noch aus. Die Alu Rheinfelden mit ihren Geschäftsbereichen Alloys, Semis und Carbon hatte im Herbst 2020 wegen finanzieller Nöte Insolvenz beantragt und 55 von 256 Mitarbeitern gekündigt. Nun stellt Zender in Aussicht, den Geschäftsbetrieb nicht nur fortzuführen, sondern weiterzuentwickeln. "Mit einer Kapitalerhöhung soll die Entschuldung und Stärkung des Eigenkapitals erfolgen", wird sie in der Mitteilung zitiert.

Sachwalter ist skeptisch

Ulrich Schumacher, der den Angaben zufolge die Euroatlantic-Gruppe vertritt, will demnach die Arbeitsplätze erhalten und Gläubiger zu 100 Prozent bedienen. Die Investmentgesellschaft ist laut Mitteilung eine strategische Kooperation mit dem großen Aluminium-Händler Trafigura in Genf eingegangen. Der mit der Sanierung der Alu befasste Sachwalter, Holger Leichtle, reagierte skeptisch: "Der Plan kommt leider nicht über wenig konkrete Absichtserklärungen hinaus", die Finanzierung sei nicht geklärt. Platze der Verkauf an Rusal, drohe der Alu die Schließung. Die Entscheidung liegt letztlich beim Gläubigerausschuss.