"Viele Tarifverträge diskriminieren Frauen systematisch"

Ronny Gert Bürckholdt

Von Ronny Gert Bürckholdt

Mi, 04. Januar 2012

Wirtschaft

BZ-INTERVIEW mit der Gleichstellungsexpertin Karin Tondorf / Sie sagt: Viele Arbeitnehmerinnen wissen nicht, dass sie unerlaubt zu wenig Lohn bekommen.

FREIBURG. Arbeitnehmerinnen in Deutschland werden nach Ansicht der Entgelt- und Gleichstellungsexpertin Karin Tondorf beim Lohn systematisch diskriminiert. Sie hat für die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung einen Werkzeugkasten entwickelt, mit dem Frauen herausfinden können, ob sie unzulässig benachteiligt werden. Am Rande einer Veranstaltung des Verdi-Frauenrates in Freiburg sprach Ronny Gert Bürckholdt mit ihr.

BZ: Frau Tondorf, Frauen verdienen in der Bundesrepublik im Schnitt viel weniger als Männer. Das belegen zahlreiche Studien. Woran liegt das?

Tondorf: Es gibt in der Tat viele Studien, die Unterschiede bei der Entlohnung von Männern und Frauen nachweisen. Diese Untersuchungen fokussieren sich in der Regel auf die Differenz beim durchschnittlichen Bruttostundenlohn. Da ist von 23 Prozent die Rede, die Frauen weniger verdienen. Volkswirte geben sich Mühe, diese Differenz statistisch zu erklären.

BZ: Männer arbeiten beispielsweise öfter in der tendenziell höher entlohnten Vollzeit, Frauen öfter in Teilzeit.

Tondorf: Das stimmt. Wichtige statistische Erklärungen sind außerdem: Frauen arbeiten in schlecht bezahlten Berufen und Branchen, Frauen unterbrechen ihre Arbeit häufiger und länger als Männer, sie sind häufiger geringfügig beschäftigt. Aber sind dies die tieferen Ursachen? Warum werden denn Frauenberufe niedriger entlohnt? Warum ist das Verdienstniveau in Branchen, in denen überwiegend Frauen arbeiten, so ...

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