Freiwilligendienst

Wo man in Weil am Rhein ein FSJ machen kann

Ulrich Senf

Von Ulrich Senf

Do, 08. April 2021 um 12:55 Uhr

Weil am Rhein

Verschiedene Freiwilligendienste (FSJ) locken sowohl im Sport als auch neu im Weiler Kulturamt. Corona erschwert aber das Miteinander und stellt Selbstverständliches in Frage.

Verschiedene Möglichkeiten des Freiwilligendienstes bieten schon seit Jahren die drei großen Sportvereine der Stadt. Gleich drei Stellen hat der Weiler Turnverein seit 2015 jährlich zu besetzen, zwei Stellen für Sportler finden sich beim ESV und eine Stelle bietet seit Jahren auch der SV Weil an – natürlich mit Schwerpunkt Fußball. Ganz neu im Geschäft ist das Kulturamt, das in diesem Jahr erstmals ein sogenanntes Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) anbietet – für zwei Personen.

Was in den vergangenen Jahren zu einem echten Erfolgsmodell für die Vereine, aber auch die ehemaligen Schüler geworden ist, hat unter Corona doch einen Teil seiner Attraktivität verloren, berichtet Ulrich Obrist, Vorsitzender des TV Weil. Dazu trage nicht nur bei, dass ein erheblicher Teil der Aktivitäten der FSJler brachliegen musste, weil eben der Sport und speziell der Mannschaftssport nur ganz eingeschränkt und zum Teil gar nicht stattfinden konnte. Das andere ist, dass auch die begehrten Lehrgänge wegen der Abstandsregelungen nicht in der gewohnten Weise stattfinden konnten.

Trainerscheine sind nicht selbstverständlich

Wer hoffte, dass er spätestens mit dem Ende des Sozialen Jahres über einen Trainerschein verfügt, so wie er inzwischen oft vorausgesetzt wird, um eine Sportgruppe zu leiten, der muss darum bangen, dass die Prüfungen überhaupt stattfinden können – zumindest für die aktuellen FSJler habe der Sportbund signalisiert, dass im Sommer die Prüfungen abgenommen werden sollten, ist Albert Schöne, der beim ESV die Freiwilligen betreut, dieser Tage aus Stuttgart versichert worden. Der TV hat derweil schon entschieden, dass er seine FSJler zu den Prüfungen schickt, auch wenn sie bereits das Freiwillige Jahr hinter sich gebracht haben – auf Kosten des Vereines, so Obrist.

Vereine kooperieren mit Schulen

Rund 70 Prozent ihrer Zeit sind zwei der FSJler des TV mit Schulsport beschäftigt. Während sie vor allem das Kinderturnen als Schwerpunkt haben, ist der oder die Dritte im Bunde vor allem im Bereich des Basketballs aktiv. "In der Realität versuchen wir das zwischen den drei etwas besser aufzuteilen, so dass der Verein für seine eigenen Trainingszeiten mehr Flexibilität gewinnt", erklärt Obrist, warum die steife Regelung bisweilen aufgeweicht wird.

Bewegungsspiele statt Sportunterricht

Während der Vereinssport zuletzt ruhen musste, hatten die FSJler in der Schule doch einiges zu tun – selbst als die Sporthallen geschlossen waren. Da haben sie nämlich bei der Notbetreuung der Kinder mitgeholfen und statt des regulären Sportunterrichtes konnten sie für die Grundschüler Bewegungsspiele in den Pausen auf dem Schulhof anbieten, erzählt Obrist.

Lange aussetzen mussten auch die FSJler beim ESV. Handball als Schwerpunkt sei "quasi tot", so Schöne. Er rechnet kaum damit, dass ein reguläres Handball-Training in diesem Sommer noch möglich sein wird. Etwas besser sieht es bei dem Freiwilligen aus, der sowohl im Leichathletikbereich als auch beim Tischtennis hilft. Seit das Training im Freien wieder begonnen hat, sei der FSJler gut damit beschäftigt, den Nachwuchs zu betreuen, so Alfred Schöne.

Freiwillige gesucht

Dass das Angebot des Freiwilligen Soziales Jahrs trotz aller Corona-Einschränkungen gut ankommt, zeigt sich vor allem beim ESV, wo auch schon die beiden Plätze für die nächste Saison, von August 2021 bis Mitte 2022, besetzt sind. "Da hatten wir ein wenig Glück, weil wir die beiden Jugendlichen schon kannten, aber durch die Pandemie, die manches verunmöglicht, was frühere Schulabgänger als selbstverständlich hingenommen hatten, fehlen den Jugendlichen nach der Schule auch echte Alternativen. Reisen ist fast unmöglich", stellt Alfred Schöne fest. Auch beim Kulturamt und beim TV Weil hofft man auf den Effekt. Dort sind die Stellen, die bis zum 15. Mai besetzt sein sollen, noch offen.