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Worauf Bergwanderer im Spätsommer und Herbst achten sollten

dpa, rov

Von dpa & Ronja Vattes

So, 20. September 2020 um 08:51 Uhr

Reise

Der Sommer ist vorbei und die Bergsaison zu Ende? Mitnichten. Zum Herbst hin wird es noch mal richtig schön. Wanderer sollten bei der Tourenplanung im Alpengebiet aber an ein paar Dinge denken.

Raus in die Natur, das ist 2020 für die meisten so wichtig wie nie zuvor. In diesem Sommer waren und sind die Berge mancherorts dementsprechend wegen Corona noch voller als sonst. Doch jetzt im Spätsommer und Herbst wird es endlich langsam ruhiger – eine schöne Zeit, um in die Berge zu gehen. "Der Trubel nimmt nach den Ferien ab, aber am Wochenende wird es weiterhin voll sein, weil der Herbst mittlerweile auch als klassische Wandersaison gilt", sagt Thomas Bucher vom Deutschen Alpenverein (DAV). "Das Licht ist schöner, weil die Luft klarer ist."Wer im September oder im Oktober zu Bergwanderungen aufbricht, sollte ein paar Dinge beachten:

Erst die Öffnungszeiten prüfen

Hoch gelegene Hütten jenseits der 2500 Meter, die oft Ausgangspunkte für schöne Hochtouren sind, schließen in der Regel bereits Mitte September. Ausflugshütten in niederen Lagen haben teils noch bis Ende Oktober geöffnet. "Wanderer sollten sich vorab informieren", sagt Bucher. Im Zweifel besser bei der Hütte anrufen. Der DAV hält auf seiner Webseite aber auch eine Übersicht bereit.
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Mit Schneefall rechnen

Natürlich sollten Bergwanderer selbst im Hochsommer für Schlechtwetter gewappnet sein. Mitte September könne es aber schon zu einem richtigen Wintereinbruch kommen, warnt Bucher. Und der einmal gefallene Schnee schmilzt wegen der niedrigeren Temperaturen nicht mehr so rasch ab wie im Sommer. "Da kann eine Wanderung heikel werden." Höher gelegene Übergänge sind dann nicht mehr ohne höheres Risiko passierbar. Deshalb unbedingt den Wetterbericht prüfen. "Und einen warmen Pullover mehr einpacken." Auch Stöcke können sinnvoll sein.
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Tourenplanung anpassen

Nicht nur die Schneeverhältnisse sollten Wanderer bedenken – auch die kürzeren Tage. Ende September ist es längst nicht mehr so lange hell wie im Juni und im Juli. "Das sollte man einrechnen, gerade wenn man längere Touren plant", sagt Bucher. Doch die Spätsaison hat für Wanderer auch einen Wettervorteil: "Die Gewittergefahr nimmt ab", erklärt der Bergprofi.

Goldfolie für Notfälle

Schon eine einfache Rettungsdecke hilft bei unvorhergesehenen Zwischenfällen, die Zeit zu überbrücken, bis die Rettung kommt.
Weitere Infos

Eine Übersicht mit Hüttenöffnungszeiten des DAV gibt’s unter http://mehr.bz/davh

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