Zeljko Cosic wird Trainer in Neustadt

Jürgen Ruoff

Von Jürgen Ruoff

Di, 09. April 2019

Landesliga Staffel 3

Die Rückkehr zu seinem Heimatverein ist "eine Herzensangelegenheit" / FC Löffingen kann in Markdorf einfach nicht gewinnen.

FUSSBALL-LANDESLIGA. Zeljko Cosic schafft als Trainer, was als Spieler unmöglich ist: ein Zwei-Klassen-Aufstieg. Derzeit coacht der 46-Jährige noch den Kreisliga-A-Tabellenführer FC Lenzkirch, Anfang Juli wechselt er zum Landesligisten FC Neustadt, seinem Heimatverein. "Ja, das ist eine Herzensangelegenheit für mich. Ich bin ein Blauer und habe als Spieler beim FC Neustadt alles mitgemacht, von gut bis schlecht", sagt Cosic. "Er hat ein blaues Herz", unterstreicht Rolf Eckert, der sportliche Leiter des FC Neustadt.

Eckert hat den Deal eingefädelt. "Das ist ein Eigener", sagt der Sportliche Leiter, Cosic bestätigt: "Ich kenne im Jahnstadion jeden Grashalm". Schon als Jugendlicher trat er beim FC Neustadt gegen den Ball. Anschließend hat er 15 Jahre für den Verein in der Landes- und Verbandsliga gekickt, mit 33 wechselte er zum FC Bad Dürrheim (Verbandsliga) und ging eine Saison später noch einmal zum FC Neustadt (Landesliga) zurück. Seine Trainerlaufbahn begann er beim FC Lenzkirch, weitere Stationen waren: SV Hinterzarten, SV Dittishausen, SSC Donaueschingen, FC Brigachtal und der Kreis schloss sich, als er vor drei Jahren wieder zum FC Lenzkirch zurückkehrte.

Eckert: "Das gesamte Paket passt einfach"

Cosic, der nur 200 Meter vom Neustädter Stadion entfernt wohnt, verfügt mittlerweile über 14 Jahre Erfahrung als Trainer. Zu seinem Heimatverein FC Neustadt zurückzukehren, sei immer ein Ziel gewesen. Schon zweimal hätte es in den vergangenen Jahren fast hingehauen, "aus verschiedenen Gründen hat es dann doch nicht geklappt", erzählt Cosic. Die Gespräche seien gut gewesen, "wir haben dieses Mal zueinandergefunden", sagt der Kroate zufrieden. Auch Eckert ist sehr glücklich mit der Lösung: "Das gesamte Paket passt einfach."

Der Neustädter Verein hätte gerne mit dem derzeitigen Trainerduo Florian Heitzmann/Ranil Weerakkody weitergemacht, das versichert Eckert, zumal sich die Landesliga-Mannschaft in den ersten Frühjahrsspielen gut und stabil präsentiert hat. Aber Heitzmann und Weerakkody haben erklärt, das Traineramt aus privaten Gründen nicht über den Sommer hinaus ausüben zu wollen. "Die machen das gut", findet auch Cosic, der davon ausgeht, dass der FC Neustadt noch drei Siege braucht, um im Kampf um den Klassenerhalt über dem Berg zu sein.

Jeder kennt sie. Diese Spiele, in denen sich der Ball als Spielverderber entpuppt. Widerspenstig hoppelt er überall hin – nur nicht dahin, wo ihn die Spieler am liebsten sehen: ins Tor. "Der Ball wollte nicht rein", klagt Uli Bärmann. Selbst Spieler mit einer eingebauten Visiereinrichtung im Schussbein wie Benjamin Gaudig scheiterten immer wieder beim Versuch, das Runde ins Eckige zu befördern. Einmal gelang es Gaudig in der 22. Minute, "wir hatten allerdings Chancen, um drei Spiele zu gewinnen", sagt Bärmann. Der Löffinger Trainer zählte in der ersten und zweiten Halbzeit jeweils "fünf Hundertprozentige" für seine Mannschaft. Symbolisch für ein Match, in dem alles gegen die Rothosen aus Löffingen lief, sei die letzte Aktion des Spiels gewesen: Kim Hirschbolz stand allein vor dem Markdorfer Torwart und statt den Ball ins Eck zu schieben, knallte er das Spielgerät dem gegnerischen Torwart auf die Brust.

"Ich kann den Spielern so viel gar nicht vorwerfen. Sie haben ordentlich und engagiert gespielt, sie sind gerannt und haben gekämpft. Für den Aufwand, den sie betrieben haben, wurden sie aber nicht belohnt", sagt Bärmann. Ist der Gegner besser, fällt es Trainern leichter, eine Niederlage zu akzeptieren. Das war in Markdorf aber ganz anders. Löffingen machte das Spiel und hatte Chancen zuhauf, die reihenweise versiebt wurden. "Wenn du sie vorne nicht machst, bekommst du sie irgendwann hinten", zitiert Bärmann eine Fußballregel, die sich wieder einmal bestätigte. Der SC Markdorf drehte mit zwei Toren in der Endphase das Spiel.

Handspiel, das keines war, leitet die Wende ein

Vor allem das erste Gegentor lag dem Löffinger Coach schwer im Magen, weil dem Freistoß eines dieser absurden Handspiele vorausgegangen war, die mittlerweile gepfiffen werden. Als ein Stockacher zu einem Schuss ansetzte, drehte sich der Löffinger Abwehrspieler Marco Schwirtz weg. Er bekam aus kürzester Entfernung den Ball an den Arm – wo ist da die Absicht? Der Schiedsrichter, der wie viele seiner Kollegen die Handspielregel mittlerweile missbraucht, entschied auf Freistoß, der zum 1:1 verwandelt wurde. "Ich bin vor dem Spiel gewarnt worden, dass der FC Löffingen noch nie in Markdorf gewonnen hat", erzählt Bärmann. Die Geschichte der Niederlagen ist nun um eine Episode reicher.