Kreis Waldshut

Zentralklinikum Hochrhein soll in Albbruck gebaut werden

Kai Oldenburg

Von Kai Oldenburg

Do, 14. März 2019 um 18:48 Uhr

Kreis Waldshut

Krankenhaus auf einstigem Papierfabrik-Eigentum: Das neue Zentralklinikum am Hochrhein soll in Albbruck entstehen. Das hat eine Kommission des Waldshuter Kreistags entschieden.

Folgt der Waldshuter Kreistag in seiner nächsten Sitzung am 27. März dem Vorschlag seiner Grundstückskommission, dann wird das Zentralkrankenhaus für den Landkreis Waldshut in Albbruck gebaut. Die Mitglieder der Kommission haben sich einstimmig für den dortigen Standort zwischen Rhein und B 34 ausgesprochen.

Die neue Klinik soll das zentrale Krankenhaus für den Kreis Waldshut werden. Damit ersetzt es eines Tages das Spital Bad Säckingen – das Ende 2017 geschlossen wurde – und das Krankenhaus in Waldshut-Tiengen, das aktuell noch die wichtigste Anlaufstelle im Gesundheitswesen am Hochrhein ist.

Grundlage der Entscheidung war eine Matrix, in der 16 Kriterien gewichtet und miteinander verglichen wurden. Landrat Martin Kistler geht von einer Eröffnung des neuen Kreiskrankenhauses im Jahr 2027 aus. Die Mitglieder der Grundstückskommission erklärten am Donnerstagnachmittag unisono vor den Medien, dass ihr Votum kein Kompromiss, sondern die Entscheidung einstimmig auf Grundlage der von Experten zur Verfügung gestellten Daten und der daraus entstandenen Matrix gefallen sei.

Grundstück gehörte zur einstigen Papierfabrik

Das ermittelte Grundstück gehörte der ehemaligen Papierfabrik Albbruck. Es liegt einige hundert Meter westlich des früheren Betriebsgeländes zwischen B 34 und Rheinufer. Dieses Gelände galt über viele Jahre hinweg als Reserve-Areal für die Papierfabrik, unter anderem um dort die viel beschworene Papiermaschine "PM8" zu errichten.

Inzwischen ist das gesamte Papierfabrik-Areal im Eigentum der Karl-Gruppe aus Innernzell in Bayern. Für den Standort Albbruck waren letztlich vor allem drei Faktoren entscheidend. Zum einen die Größe. Mit einer Fläche von 93.000 Quadratmetern biete das Grundstück in Albbruck genügend Erweiterungsmöglichkeiten, so die Kommission. Zum anderen sprachen die ermittelten Patientenströme und die Frage, woher kommen die Mitarbeiter, wichtige Rollen. Ein entscheidender Punkt sei ebenfalls geklärt, so Landrat Kistler. Die Karl-Gruppe sei zum Verkauf bereit. "Wir haben ein sehr anständiges Verhandlungsergebnis erzielt", so der Landrat. Der Preis sei bereits notariell hinterlegt, erklärte Kistler.

Mit Blick auf mögliche Kritik am Standort Albbruck verwies Rainer Kaskel (CDU) aus Bad Säckingen darauf, dass für Notfälle immer noch ein Helikopter zur Verfügung stünde. Für eine bessere Erreichbarkeit des neuen Zentralspitals würde zudem eine Umfahrung von Waldshut helfen. Ruth Cremer-Ricken (Grüne) betonte, dass alle Kommunen im Landkreis die Möglichkeit gehabt hätten, sich mit einem Grundstück um das Zentralkrankenhaus zu bewerben. Wie ihre Kommissions-Kollegen auch, lobte sie die Qualität der zur Verfügung gestellten Vorlagen. "Die waren alle sehr belastbar."

Sechs Standorte waren im Rennen

Klaus Denzinger aus Wehr findet, dass es keinen zu 100 Prozent optimalen Standort für den Landkreis gibt. Der FDP-Kreisrat: "Die weitaus wichtigeren Schritte werden jetzt erst noch folgen. Die Qualität des Hauses wird für seine Annahme viel wichtiger sein als der Standort."

Ursprünglich waren sechs Standorte im Rennen. Einer fiel laut Kistler heraus, weil das Grundstück nicht käuflich zu erwerben gewesen sei. "Am Ende stand ein klares Votum für Albbruck." Generell hätten die Standorte im Rheintal die Nase vorn gehabt, gefolgt von den Bewerbern an der B 500 und im Wutachtal.
Grundstückskommission

Neben Landrat Martin Kistler gehörten sechs Kreisräte der Grundstückskommission zur Findung eines Standorts für das geplante Zentralkrankenhaus an. Im einzelnen waren dies: Manfred Weber (Küssaberg), Rainer Kaskel (Bad Säckingen, beide CDU), Volker Jungmann (Küssaberg, SPD), Ira Sattler (Jestetten, Freie Wähler), Ruth Cremer-Ricken (Bad Säckingen, Bündnis 90/Die Grünen) und Klaus Denzinger (Wehr, FDP). Volker Jungmann wurde zeitweise krankheitsbedingt durch seine Fraktionskollegin Karin Rehbock-Zureich vertreten.



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