Zu viele steigen für Kurzstrecken noch ins Auto

Helmut Seller

Von Helmut Seller

Mi, 01. Juli 2020

Offenburg

"Viel Potenzial für Radverkehr".

Noch viel mehr Menschen könnten in Offenburg auf das Auto verzichten und aufs Rad umsteigen. Das geht aus Zahlen hervor, die auch im Verkehrsausschuss am kommenden Mittwoch, 8. Juli, präsentiert werden. Grundsätzlich hat das Rad, wie Verkehrsplanerin Amrei Bär in der Sitzungsvorlage schreibt, seinen Haupteinsatzbereich bei Wegelängen von einem bis acht Kilometer. Allerdings würden immer noch 46 Prozent der Wege mit Streckenlängen zwischen einem und drei Kilometern mit dem Auto zurückgelegt. "Hier besteht für Offenburg ein großes Potenzial, seinen Radverkehrsanteil weiter zu steigern", stellt Bär fest. Dies gelte vor allem vor dem Hintergrund, dass die Wegelänge von einem bis drei Kilometer 30 Prozent aller Wege ausmache. Bei Strecken von drei bis fünf Kilometer (mit einem Anteil von 14 Prozent aller Wege) steigen sogar 69 Prozent mit dem Auto. "Diese Wegelänge ist auch eine ungeübte Person mit dem Rad ohne weiteres zu bewältigen", so Bär. Für Strecken von fünf bis zehn Kilometer (12 Prozent aller Wege) nähmen 79 Prozent der Personen das Auto. Auch das müsste – zugunsten Umwelt und eigener Gesundheit – nicht sein: "Diese Wegelängen sind mit etwas Kondition oder elektrischer Unterstützung in der Regel zum Radfahren geeignet." Bär leitet aus den jüngsten Erkenntnissen nach einer Befragung zum Verkehrsverhalten ab, dass "der Radverkehr deutlich gefördert werden sollte, um noch attraktiver zu werden."

Das Fahrradförderprogramm und Ergebnisse einer Verkehrsbefragung sind am 8. Juli (ab 18 Uhr, Reithalle) ebenso Thema das Verkehrsausschusses, wie die Ergebnisse einer Verkehrsuntersuchung zur Mobilitätsdrehscheibe am Bahnhof, ein Vorschlag für einen Masterplan Verkehr oder eine Anpassung des ÖPNV-Angebots "Einfach mobil".