Coronavirus

Zwei Fälle mit der südafrikanischen Variante im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald nachgewiesen

Max Schuler

Von Max Schuler

Do, 25. Februar 2021 um 17:25 Uhr

Kreis Breisgau-Hochschwarzwald

Im Landkreis sind zwei Fälle mit der südafrikanischen Variante des Coronavirus nachgewiesen worden. Das teilte das Gesundheitsamt Breisgau-Hochschwarzwald am Donnerstagmittag mit.

"Es gibt zwei bestätigte Fälle der südafrikanischen Variante", sagte Matthias Fetterer auf BZ-Nachfrage. Die Mutation gilt als ansteckender und sie wird von Experten daher als gefährlicher eingestuft. Ansonsten ist im Raum Freiburg bisher nur die britische Variante nachgewiesen worden. Im Kreisimpfzentrum (KIZ) in Müllheim wird das Tempo ab kommender Woche erhöht. Wöchentlich sollen nicht mehr wie bisher 585, sondern 2150 Impfungen möglich sein – auch mit dem Astrazeneca-Impfstoff.

Wie ist die Einschätzung zur südafrikanischen Mutation?

Die in Südafrika kursierende Virus-Variante B.1.351 wurde Ende vergangenen Jahres entdeckt und kommt mittlerweile auch in vielen anderen Ländern vor. Daher haben viele Staaten Einreisen aus Südafrika eingeschränkt, auch Deutschland. Von der Coronavirus-Variante B.1.351 wurde laut Robert-Koch-Institut erstmals im Dezember 2020 aus Südafrika berichtet. Für diese Variante gehe man von einer höheren Übertragbarkeit aus. "Mehrere Studien weisen auch darauf hin, dass Menschen, die an der ursprünglichen Variante erkrankt waren oder einen auf dieser beruhenden Impfstoff erhalten haben, weniger gut vor einer Infektion mit B.1.351 geschützt sind", heißt es auf der Webseite des Robert-Koch-Instituts.

Südafrika stoppte beispielsweise die Impfungen mit dem Astrazeneca-Impfstoff, weil dieser nur eine begrenzte Wirksamkeit gegen die Mutation entfalten konnte, wie die Tagesschau berichtete. Bisher wurde im Raum Freiburg nur die britische Variante nachgewiesen. Deren Anteil an den Neuinfektionen liege im Kreis bei 19 Prozent und in Freiburg bei 16 Prozent.

Gibt es größere Corona-Ausbrüche im Landkreis?

Die Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis ist zuletzt leicht gestiegen. Das Gesundheitsamt meldete am Donnerstag aber keine größeren Ausbruchsgeschehen, die bestimmten Orten oder Einrichtungen zuzuordnen wären.

Wie viele Impfungen wurden bereits in Müllheim vorgenommen?

Das KIZ ist seit etwas mehr als einem Monat in Betrieb: 3880 Menschen haben laut Landratsamt eine Impfung gegen die durch das Coronavirus ausgelöste Krankheit Covid-19 erhalten. Den Biontech-Impfstoff erhielten 2000 Menschen. Dazu kommen 1680 Impfungen, die durch das mobile Impfteam erfolgten. Impfberechtigte Personen zwischen 18 und 64 Jahren werden jetzt auch mit dem Impfstoff von Astrazeneca geimpft. 200 Menschen haben diesen bereits erhalten.

Wie ist die Impf-Situation in den Pflegeheimen?

In 36 stationären Pflegeeinrichtungen im Landkreis haben alle Impfwilligen eine erste Impfung erhalten. In 26 Einrichtungen ist auch die zweite Impfung erfolgt. In zehn von elf ambulanten Wohngruppen erhielten zudem die Bewohner die doppelte Impfung. Bei 16 Einrichtungen des Betreuten Wohnens mit Anschluss an eine stationäre Pflegeeinrichtung ist die erste Impfung in elf Häusern erfolgt, in sechs davon war das Impfteam ein zweites Mal. Mit Tagespflegeeinrichtungen laufe die Terminabstimmung.

Sind die Beschäftigten der Kliniken bereits geimpft?

"Das impfberechtigte Personal der drei Helios-Standorte in Breisach, Müllheim und Titisee-Neustadt wurde bereits erstgeimpft", so Fetterer. Aktuell erfolge noch im zeitlichen Abstand die Zweitimpfung.

Werden am Freitag wieder neue Impftermine freigeschaltet?

Ja, über die Hotline 116 117 und die Webseite Impfterminservice.de. Für Müllheim wird gegen 8 Uhr am Freitag ein Kontingent von 22500 Astrazeneca-Impfterminen freigeschaltet für den Zeitraum 2. März bis 17. Juni. Das Land hat den Personenkreis der Impfberechtigten erweitert und fährt bei der Terminvergabe ein doppeltes System. Man kann sich auf eine Warteliste setzen lassen oder es über die Hotline und Webseite versuchen. Die vorhandenen Termine sollen in etwa gleich auf die beiden Vergabewege verteilt werden.