Ab in den Müll?

Myriam Hetzel/kindernetz

Von Myriam Hetzel & kindernetz

Fr, 23. Mai 2014 um 14:15 Uhr

Neues für Kinder

Alle Lebensmittel, die in Deutschland in Fertigpackungen verkauft werden, haben in der Regel ein Mindesthaltbarkeitsdatum. Politiker überlegen, dieses Datum bald nicht mehr auf bestimmte Alltagsprodukte zu schreiben.

Das Mindesthaltbarkeitsdatum gibt an, wie lange die Produkte mindestens haltbar sind. Das heißt, auch wenn das Mindesthaltbarkeitsdatum vorüber ist, kann das Produkt trotzdem noch genießbar sein.

Damit wir aber keine schlechten Medikamente zu uns nehmen, gibt es das Verfallsdatum. Es informiert uns darüber, ab welchem Zeitpunkt wir die Medizin wirklich nicht mehr nutzen sollten. Denn bei Medizin können dann schlimme Nebenwirkungen eintreten.

Viele denken, dass das Mindesthaltbarkeitsdatum bei Lebensmitteln dasselbe ist wie das Verfallsdatum bei Medikamenten. Deshalb schmeißen viele Menschen nach Ablauf des Datums die Lebensmittel weg.

Natürlich stimmt es, dass die Lebensmittel dann langsam schlecht werden. Verzehren wir Wurst, Milch oder Käse zwei oder drei Wochen nach Ablauf der Mindesthaltbarkeit, können wir krank werden. Denn dann bilden sich vielleicht Bakterien oder Schimmelpilze innerhalb der Verpackung. Bei Teigwaren ist das zum Beispiel jedoch nicht so schlimm.

Da die Menschen aber die beiden Wörter verwechseln, landen in der ganzen EU jedes Jahr fast 90 Tonnen Lebensmittel im Müll. Das ist viel zu viel und vor allem nicht fair. Denn Menschen in anderen Ländern, in denen Krieg herrscht oder die von einer Umweltkatastrophe betroffen sind, leiden Hunger.

Politiker beraten jetzt darüber, ob es vielleicht besser wäre, wenn zum Beispiel auf einer Nudelverpackung oder Konservendose in Zukunft kein Mindesthaltbarkeitsdatum mehr steht. Denn Nudeln und Reis gehören zu den langlebigen Lebensmitteln. Davon erhoffen sie sich, dass die Menschen nicht genau wissen, wann das Produkt abläuft und sie es somit dann auch nicht weg werfen.