Corona-Krise

Alu Rheinfelden streicht rund 30 Stellen

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Do, 23. Juli 2020 um 17:14 Uhr

Rheinfelden

Das Rheinfelder Traditionsunternehmen spürt die Auswirkungen der Corona-Pandemie. 30 Stellen sollen abgebaut werden. Auf betriebsbedingte Kündigungen möchte das Unternehmen verzichten.

Die Aluminium Rheinfelden GmbH wird rund 30 Stellen abbauen. Dabei soll nach Möglichkeit auf betriebsbedingte Kündigungen verzichtet werden. Das teilte Geschäftsführerin Erika Zender am Donnerstag in einer Betriebsversammlung mit.

Die angespannte wirtschaftliche Situation in dem Rheinfelder Traditionsunternehmen sei in erster Linie auf die weltweite Krise, bedingt durch die Corona-Pandemie, in der Automobilindustrie zurückzuführen: Mehrere Wochen lang standen die Bänder bei BMW, Daimler, VW, Audi und Porsche still, weshalb auch Zulieferer ihre Produktion stoppten, heißt es in einer Pressemitteilung.

Gewaltige Herausforderungen

In der Folge brachen die Umsätze in der gesamten Aluminium-Branche teilweise dramatisch ein. Zugleich sehen sich die Unternehmen wegen der gesetzlichen Verpflichtung zur CO2-Reduzierung, des not-wendigen Ausbaus der Digitalisierung und der weltweiten Handelskriege vor gewaltige Herausforderungen gestellt.

Aluminium Rheinfelden müsse auf diese Entwicklung reagieren. Zu diesem Ergebnis sei ein Sanierungs- und Restrukturierungsprogramm gekommen, bei dem die Entwicklungen von Markt und Unternehmen in den letzten Jahren berücksichtigt wurden. "Mit künftig rund 210 Beschäftigten haben wir eine realistische Chance am Markt und können mit Zuversicht in die Zukunft schauen", so Zender.

Geschäftsführung und Betriebsrat hätten sich darauf geeinigt, für den notwendigen Personalabbau eine Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft zu gründen. Es sei das erklärte Ziel, betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden: "Das sind wir unseren langjährigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern schuldig", so Zender, die seit zwei Jahren an der Spitze des Gesamtunternehmens steht.

Seit Wochen Kurzarbeit

Die Einzelheiten sollen jetzt mit der Arbeitnehmervertretung verhandelt werden. Dabei gelte das beiderseitige Bemühen, das Überleben des Unternehmens langfristig zu sichern, sagten sowohl Zender wie auch Betriebsratsvorsitzender Wilhelm Tholen. Gemeinsam werde man daran arbeiten, das Unternehmen finanziell und strukturell wieder so aufzustellen, dass so viele Arbeitsplätze wie möglich dauerhaft gesichert werden. Seit Wochen seien Mitarbeitende wegen der Corona-Pandemie in den Unternehmensbereichen Alloys, Semis, Carbon und in der Holding in Kurzarbeit.