Chancen für Landwirte und die Gefahr der Goldgräberstimmung

Annäherung an die Windkraft im Hochschwarzwald

Peter Stellmach

Von Peter Stellmach

So, 11. Dezember 2011 um 14:02 Uhr

Titisee-Neustadt

Ausgesprochene Gegner der Nutzung von Windkraft im Hochschwarzwald meldeten sich nicht zu Wort. Im Gegenteil, der Wille zur Mitwirkung an der Energiewende klang mehrfach an. Doch man hörte Mahnungen im "Neustädter Hof", wo der CDU-Stadtverband ein Podium mit Fachleuten besetzt hatte. Die Bedenken in dem mit rund 50 Teilnehmern besetzten Saal galten weniger dem Landschaftsbild, als der Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit und Grundstückseigentümern, sich nicht in der Goldgräberstimmung überrumpeln zu lassen.

TITISEE-NEUSTADT. Martin Armbruster, beim Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverband (BLHV) für Erzeuger- und Marktfragen zuständig, wies darauf hin, dass die Windkraft den Landwirten ein weiteres Standbein zur Sicherung ihrer Existenz sein könnte. Wichtig, weil die Bauern die Landschaftspfleger seien. BLHV-Präsident Werner Räpple hat schon angekündigt, dass er die Mitglieder zur aktiven Mitarbeit an bäuerlichen Bürger-Wind-Projekten auffordern will. Armbruster betonte die Chancen, die sich bieten, er warnte aber auch vor Risiken, denn obwohl der Prozess erst am Anfang stehe, würden Grundstückseigentümern schon Verträge angeboten. Doch es seien auch Scharlatane unterwegs, sagte er und riet zu sorgfältiger Prüfung. Auch Räpple hat vor "Lockangeboten für langfristige Flächenverpachtungen und Landverkäufe an Großinvestoren oder Projektbeauftragte gewarnt". Vorrang sollten Projekte genießen, die Landwirte dauerhaft und angemessen an der Wertschöpfung beteiligen. Armbruster forderte zu Gleichbehandlung auf und regte an, dass beim Zuschlag für einen Standort eventuell jene, die verzichten, einen Ausgleich erhalten.

"Drei Landwirte unter einen ...

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