Lesung

Anselm Grün liest vor ausverkauftem Paulussaal in Freiburg

Sigrun Rehm

Von Sigrun Rehm

Do, 23. Januar 2020

Freiburg

Er ist ein Star, ein Phänomen, eine Marke: Anselm Grün, der Benediktinermönch aus dem Kloster Münsterschwarzach. Wo immer er auftritt, strömen die Menschen zu ihm. So war es auch am Dienstagabend, als er anlässlich seines 75. Geburtstag auf Einladung des Herder-Verlags aus seinem neuen Buch im Freiburger Paulussaal las.

PAULUSSAAL

Anselm Grün liest vor ausverkauftem Haus

Er ist ein Star, ein Phänomen, eine Marke: Anselm Grün, der Benediktinermönch aus dem Kloster Münsterschwarzach. Wo immer er auftritt, strömen die Menschen zu ihm. So war es auch am Dienstagabend, als er anlässlich seines 75. Geburtstag auf Einladung des Herder-Verlags aus seinem neuen Buch "Der Weg ins eigene Herz: Die Antwort der Religionen auf die Suche nach Sinn und Glück" im Freiburger Paulussaal las. Männer und Frauen, darunter Betagte, Menschen mittleren Alters und viele Junge drängten sich im ausverkauften Haus und empfingen Grün mit warmem Applaus. Freundlich, bescheiden, mit seinem charakteristischen Bart und in einem einfachen schwarzen Pullover, weil er sein Habit zuhause vergessen hatte, wie er heiter gestand, begann der wohl berühmteste Mönch hierzulande und Autor von mehr als 400 Büchern seinen Vortrag. "Die Kunst des Erzählens", sagte er, "war in der Antike eine Heilkunst." Seine Geschichten sind Gleichnisse, Legenden, Meditationen aus Christentum, Islam, Judentum, Buddhismus und Hinduismus. "Es geht nicht darum, dass wir die Religionen vermischen", sagte Grün, der aus christlicher Mystik, fernöstlicher Meditation und der Psychologie C.G. Jungs einen stimmigen Glaubenskosmos geschaffen hat, "es geht um die Erfahrung, mit uns selbst und mit Gott, die wir überall finden können." Immer wieder gab es zustimmendes Murmeln im Publikum. Glück lässt sich nicht festhalten; erst im Dunkel sieht man das Licht; der Zweifel hält den Glauben lebendig; nicht mit dem Verstand, sondern mit dem Herzen lässt sich die Wahrheit erkennen: Es sind einfache Weisheiten, die Anselm Grün an diesem Abend erzählte und beim Hinausgehen wirkten viele Zuhörerinnen und Zuhörer berührt. "Wie schön das war…", sagte eine Frau zu ihrer Freundin. Und diese meinte: "Das hat gut getan." Der Pater nahm derweil im Foyer Platz, lächelte für Selfies, dankte für freundliche Worte und signierte ein Buch nach dem anderen mit seiner schwungvollen Handschrift.