Menschenrechte

Auf den Philippinen wird das Töten von Drogenabhängigen mit Kopfgeld belohnt

Felix Lill

Von Felix Lill

Di, 14. Mai 2019 um 12:57 Uhr

Ausland

BZ-Plus Seit drei Jahren regiert Rodrigo Duterte die Philippinen. Sein Versprechen: Drogenabhängige zu erschießen. Den Worten ließ er Taten folgen. 20 000 Menschen verloren ihr Leben.

Katherine Bacani ist sicher, ihr Mann wäre noch am Leben, hieße der Präsident nicht Rodrigo Duterte. In einer Nacht im August 2017 klingelte das Handy: So schnell wie möglich solle sie ins Haus eines Freundes kommen, nicht weit von ihrem Viertel Balic Balic in Manila. Als die heute 35-jährige dort ankam, konnte sie den Mann in der Blutlache, der da im zweiten Stock lag, erst nicht erkennen – so entstellt war ihr Ehemann Adelfo Cagapi. "Dass er es war, wusste ich nur wegen seiner bunten Hose. Die hatte ich morgens noch gewaschen."

Katherine Bacani ist empört: "Sie hatten ihm eine Pistole in die rechte Hand gelegt, damit es nach einem Gefecht aussah. Aber Adelfo war Linkshänder. Und er besaß gar keine Pistole. Und süchtig nach Shabu war er auch nicht. Dafür war er viel zu dick, er wog 80 Kilo." Shabu, wie man in den Philippinen Metamphetamine nennt, unterdrückt den Appetit. Süchtige sind daher meist umso dünner, je abhängiger sie sind.

Viele Familien sind ruiniert
So ist für Katherine Bacani klar, was auch andere vermuten: Die Erschießung ihres Mannes, die von der Polizei als Notwehr protokolliert wurde, war wohl der Ersatz für einen anderen aus ihrem Viertel, den die zuständigen Polizisten nicht hatten finden können. Denn seit in den ...

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