Baden-Württemberg

Aus dem Landtag nach Rumänien: Wo der Wolfsriss zum Alltag gehört

Jens Schmitz

Von Jens Schmitz

Sa, 11. Mai 2019 um 15:43 Uhr

Ausland

BZ-Plus Der Wolf kommt wieder – und die EU rät Schäfern zu traditionellen Haltungsformen. Wie diese aussehen, schauten sich Politiker aus dem Landtag in Rumänien an. BZ-Redakteur Jens Schmitz war dabei.

Niku Tarchira steht im rumänischen Bergland und blickt sorgenvoll auf die Wolken. "Dieses Wetter ist am gefährlichsten", murmelt er unter tief in die Stirn gezogener Mütze. "Immer bei schlechtem Wetter, da kommen sie. Da muss man aufpassen."

Wölfe sind eine feste Größe in Tarchiras Geschäft. Die Tiere, die viele Westeuropäer nur noch aus Märchen kennen, kosten den Hirten mehrere Schafe im Jahr. Von dem 1,20 Meter hohen Zaun, der seine Herde umgibt, hält er nicht viel: "Die springen da drüber", erklärt er den Zuhörern auf seiner Weide. "Die einzige Lösung wäre, wenn die Regierung uns erlaubt, die Wölfe zu jagen."

Die 2000-Seelen-Gemeinde Fîrliug im Banat hat hohen Besuch. Erstmals in der Geschichte des Dorfes ist eine ausländische Delegation zu Gast. Die Straßen sind schlecht; die Gruppe muss aus dem Reisebus ins dörfliche Schulshuttle umsteigen und bleibt dennoch im Schlamm stecken. Aussteigen, schieben: Der Agrarausschuss des baden-württembergischen Landtags muss arbeiten, um zu erfahren, wie das Zusammenleben von Mensch, Schaf und Wolf funktioniert, hier, wo es nie unterbrochen war.

In Rumänien lebt die größte Wolfspopulation der EU
Dem Europäischen Statistikamt zufolge gab es 2018 in Rumänien mehr als zehn Millionen Schafe. Hinter Großbritannien und Spanien ist das Land damit der bedeutendste Schafzüchter in der EU. In Rumänien lebt auch die größte Wolfspopulation der Gemeinschaft: Schätzungen zufolge 3000 Exemplare.

Delegationsleiter Martin Hahn erntet Heiterkeit, als er im Rat des Kreises Caras-Severin von zu Hause berichtet: "Wir ...

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