Eröffnung der Botschaft

Außenminister Maas trifft zu Kurzbesuch in Libyen ein

Michael Fischer und Johannes Sadek

Von Michael Fischer und Johannes Sadek (dpa)

Do, 09. September 2021 um 10:08 Uhr

Deutschland

Der Friedensprozess in Libyen kommt voran. Nun besucht Außenminister Heiko Maas das Land. Anlass ist die Wiedereröffnung der Deutschen Botschaft, die seit dem Krieg 2014 geschlossen war.

Der SPD-Politiker besucht das Land, um den Friedensprozess in dem nordafrikanischen Land nach vielen Jahren des Bürgerkriegs zu unterstützen. "Die ehemaligen Konfliktparteien haben erkannt, dass es keine gewaltsame Lösung für ihr Land geben kann", sagte Maas am heutigen Donnerstag vor seiner Ankunft in der Hauptstadt Tripolis. "Die internationale Gemeinschaft und die Vereinten Nationen haben mit konzertierter Diplomatie dazu beigetragen, dass sich die Tür für eine bessere Zukunft Libyens geöffnet hat."

Anlass der Reise ist die Neueröffnung der deutschen Botschaft in Tripolis. Im Juli 2014 waren alle deutschen Diplomaten aus Tripolis abgezogen worden. Die deutsche Vertretung für Libyen wurde in Tunis untergebracht. "Heute wollen wir mit der Wiedereröffnung zeigen, dass Deutschland ein engagierter Partner Libyens ist und bleibt. Wir wollen wieder vor Ort eine Stimme in der libyschen Hauptstadt haben", sagte Maas.

"Heute wollen wir mit der Wiedereröffnung zeigen, dass Deutschland ein engagierter Partner Libyens ist und bleibt" Heiko Maas
Libyen war nach dem Sturz von Langzeitherrscher Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 in einem Bürgerkrieg versunken, an dem zahlreiche Milizen beteiligt sind. Seit dem vergangenen Jahr gilt jedoch eine Waffenruhe. In diesem Frühjahr wurde unter UN-Vermittlung eine Übergangsregierung gebildet, die das Land zu Wahlen am 24. Dezember führen soll. Unter anderem wegen eines monatelangen Streits über die verfassungsrechtliche Grundlage schwindet zunehmend die Hoffnung, dass dieser Termin eingehalten werden kann.