Bergsteiger müssen fliehen

dpa

Von dpa

Fr, 16. Oktober 2020

Panorama

Kilimandscharo in Flammen.

An dem seit Tagen in Flammen stehenden Kilimandscharo hat ein verzweifelter Abstieg der Bergsteiger-Gruppen begonnen. Für viele Touristengruppen hieß es: Rette sich, wer kann. "Hier ist zu viel Rauch, wir haben Angst vor einer Kohlenmonoxid-Vergiftung", berichtete die Bergführerin Debbie Bachmann, die am Donnerstag den Aufstieg mit einer Gruppe von Deutschen, Österreichern und Schweizern abbrach. Auf einem Foto war eine dichte Rauchwolke zu sehen, die den Weg versperrte. Sie habe zunächst die Anweisung der Parkbehörde erhalten, sich mit ihrer Gruppe im 4673 Meter hoch gelegenen Barafu Camp in Sicherheit zu bringen, sei dann aber zum Horombo-Lager hinabgeschickt worden.

Mehrere Camps mussten in der Nacht geräumt werden

Ein Camp mit Bergsteigern aus der Schweiz und anderen Ländern war in der Nacht bereits wegen heranziehender Flammen geräumt worden, wie Tour-Organisatoren am Donnerstag sagten. "Außer meiner Schweizer Gruppe gab es da noch fünf bis sechs andere Gruppen, die um Mitternacht ihre Zelten abbrechen mussten", erklärte der Bergführer Henning Schmidt. Das Mweka-Camp befindet sich an der Baumgrenze und ist beim Abstieg über diverse Routen das letzte Lager vor dem Verlassen der Gebirgsmassivs. Viele Bergtouristen erreichen es erschöpft vom beschwerlichen Abstieg.

Die Nationalparkbehörde erwägt nach offiziell unbestätigten Branchenangaben einen Rückruf aller noch im Gebirge befindlichen Touristen. Nach Schätzungen der Tourismusindustrie sind noch mehr als 100 einheimische Bergführer, Träger und Touristen unterwegs. Offizielle Angaben gibt es nicht, stattdessen widersprüchliche Informationen. Während es auch am Donnerstag noch keine offiziellen Behördeninformationen zu Opfern gab, sprachen Ranger inoffiziell von drei Toten und diversen Schwerverletzten. Dabei hatten Behörden zunächst Bergsteigergruppen den Aufstieg genehmigt.