"Ur-Ur- Großtante Ida"

Michael Heilemann

Von Michael Heilemann

Sa, 15. August 2009

Bildung & Wissen

BZ-Interview mit dem Urweltforscher Jens L. Franzen über das versteinerte Affenmädchen, das zum Popstar wurde

Seit über 47 Millionen Jahren ist Ida tot – was das Urwelttier aus der Grube Messel nicht hinderte, posthum zum Popstar zu werden. Der Norweger Jørn Hurum hat das Affenfossil aus dem Eozän Ende Mai unter großem medialem Tamtam im Naturkundemuseum in New York der Öffentlichkeit präsentiert: als Weltsensation. An der Untersuchung Idas war auch Jens L. Franzen aus Titisee-Neustadt beteiligt. Mit dem Paläontologen sprach Michael Heilemann.

BZ: Warum heißt Ida eigentlich Ida?
Franzen: Wissenschaftlich heißt sie Darwinius masillae, nach Darwin und ihrem Fundort, der Grube Messel, einer ehemaligen Ölschiefergrube bei Darmstadt. Weil dieser Name so sperrig ist, schlug Jørn Hurum vor, das Fossil nach seiner kleinen Tochter Ida zu nennen. Das Mädchen war damals fünf und in der Entwicklung seines Gebisses, beim Zahnwechsel, genauso weit wie das Urwelttier.

BZ: Wer war Ida?
Franzen: Ein eozäner Halbaffe, weiblich. Es gibt keinen Penisknochen. Und sie war jung. Unter dem Computertomographen fanden wir neben dem Dauergebiss viele Milchzähne. Ida war knapp 60 Zentimeter groß und neun bis zehn Monate alt, als sie umkam.

BZ: Wie starb sie denn?
Franzen: Idas rechte Hand war verkrüppelt, auf Röntgenbildern ist ein Bruch des Unterarms zu sehen. Wir stellen uns das so vor: Als ...

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