Mundenhof

Birte Boxler arbeitet dort, wo Freiburgs Erdmännchen leben

Simone Lutz

Von Simone Lutz

Do, 13. Februar 2020 um 21:45 Uhr

Freiburg

Sie ist die Neue im Führungsduo des Mundenhofs: Die promovierte Biologin Birte Boxler bildet zusammen mit Susanne Eckert die Chefetage des Tiergeheges im Freiburger Westen.

Sie ist in Freiburg geboren und aufgewachsen, war als Kind oft am Mundenhof und mit ihren eigenen zwei Kindern ist sie es sowieso – es ist also ihr Traumjob, den Birte Boxler da seit Oktober hat. "Mein Mann hat nur gesagt: na endlich!", erzählt sie und lacht. Jeden Tag passiere etwas Anderes, Interessantes: Pflanzen, Tiere, Handwerk, Organisation – "und vorhin habe ich versucht, eine EC-Karte aus einer Parkuhr raus zu kriegen".

Zusammen mit Susanne Eckert leitet die 34-Jährige nun den Mundenhof. Sie hat Biologie in Köln studiert, in Thailand als Tauchlehrerin gearbeitet, an der Uni Basel promoviert. Nach dem zweiten Kind wurde das Pendeln von Freiburg nach Basel schwierig, dann kam, wie bestellt, die Stellenanzeige der Stadt Freiburg: Im Führungsduo der Mundenhof-Leitung war eine halbe Stelle frei geworden, weil Berno Menzinger als Vize-Chef zum Forstamt wechselte.

Auch menschlich klappt es prima

Unter mehr als 30 Bewerberinnen und Bewerbern konnte Birte Boxler überzeugen. "Wir wollten jemanden haben, dessen Schwerpunkt bei Tieren liegt", sagt Susanne Eckert, die das Tiergehege seit 18 Jahren leitet. Sie selbst ist ausgebildete Landschaftsarchitektin – die Kombination, sagen beide, sei stimmig und überzeugend. Und auch menschlich scheint es prima zu klappen mit den Beiden. "Birte kommt aus unserer klassischen Zielgruppe und bringt den frischen Blick auf das Tiergehege mit", sagt Susanne Eckert.

Zu tun gibt es für die Mundenhof-Chefinnen genug: Sie schaffen ein gutes Arbeitsumfeld für die Tierpfleger, sie holen aus dem begrenzten Budget des Tiergeheges so viel raus wie möglich, sie machen Öffentlichkeitsarbeit, sie sprechen sich mit dem Partnerbetrieben wie der Hofwirtschaft ab, sind für die Mitarbeiter zuständig, übernehmen Projekte. Dann sind da noch die Langzeitvorhaben wie die Sanierung des Kuhstalls, der an ihr Büro grenzt: Der soll für Familien mit Kindern hergerichtet werden, eine anspruchsvolle Aufgabe, da er zwar groß und eindrucksvoll, aber auch runtergekommen und teuer ist. Es würde Millionen kosten, da etwas Passendes hinzukriegen, "immerhin ist das Dach schon dicht", sagt Susanne Eckert. Man könne sich vorstellen, das stückweise aufzubauen, vielleicht auch mit dem Spielmobil, das ebenfalls auf dem Mundenhof-Gelände geparkt ist.

Auch andere Zielgruppen im Visier

Birte Boxler hat sich bei Amtsantritt ebenfalls einige Ziele gesetzt. "Ich würde gerne mehr Orte zum Verweilen anbieten, vielleicht Liegebänke an schönen, aber relativ unbekannten Stellen oder einen Schattenpavillon bei den Bisons", sagt sie. Sie fände es auch gut, wenn der Mundenhof nicht nur bei Familien mit Kindern populär wäre, sondern auch bei anderen Zielgruppen. Mit dem Unternehmen Frexit knobeln sie gerade an einer Schnitzeljagd durchs Gelände, die Teenies ansprechen soll. Und: Sie würde sich wünschen, dass die Anbindung des Mundenhofs an die Stadt besser ist, sprich: dass mehr Busse fahren. Ach ja, und mehr Personal, weil die Mannschaft doch sehr ausgelastet sei.

Neben all den Leitungsaufgaben ist aber auch praktische Umsicht gefragt. Neulich, als sie Rufbereitschaft hatte, musste sie zu den Wasserbüffeln in den Stall und bei einer Geburt assistieren. "Es schadet nichts, wenn man praktisch veranlagt ist", sagt sie. Unterm Strich findet sie ihren Arbeitsplatz einfach wunderbar. Und hat sie einen Tipp für die Besucher? "Zwischen den Gehegen der schottischen Hochlandrinder und der Lamas ist ein Hügel, weit ab vom Schuss. Wenn man da steht, geht der Blick in alle Richtungen, wunderschön. Und wenn man sich richtig positioniert, kann man sogar das Münster sehen."

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