Vierter Vorfall in zwei Tagen

Bombendrohung gegen Moschee in Villingen-Schwenningen

dpa und kna

Von dpa & kna

Di, 23. Juli 2019 um 17:30 Uhr

Südwest

Erneut ist im Zusammenhang mit einer Ditib-Moschee eine Bombendrohung eingegangen. Die Polizei gab am Dienstag aber für das Gebäude in Villingen-Schwenningen ebenso Entwarnung wie einen Tag zuvor in Mannheim.

Bei der Durchsuchung der Villinger Moschee ergab sich laut einem Polizeisprecher kein Hinweis auf eine Bedrohung. Da sich niemand im Gebäude befand, musste nicht vorsorglich evakuiert werden. Der Staatsschutz nahm die Ermittlungen auf. Es gilt zu klären, ob ein Zusammenhang mit anderen Bombendrohungen gegen Moscheen besteht.

Bombendrohungen in ganz Deutschland

Außer in Mannheim waren am Montag in Duisburg und Mainz Moscheen des türkisch-islamischen Dachverbands Ditib sowie die Linken-Parteizentrale in Berlin nach Drohungen geräumt und durchsucht worden. In diesem Monat hatte es auch Drohungen gegen Moscheen in Iserlohn und München sowie gegen die Ditib-Zentralmoschee in Köln - den bundesweit größten Moscheekomplex - gegeben. Letztlich gab die Polizei in allen Fällen Entwarnung. In Duisburg und Berlin waren von Unbekannten verschickte Drohschreiben jeweils mit "Combat 18" unterzeichnet. Bei "Combat 18" handelt es sich um ein gewaltbereites, rechtsextremes Netzwerk, das in mehreren europäischen Ländern aktiv ist.

Koordinationsrat der Muslime in Deutschland: Muslime sind tief verunsichert

Vertreter von Muslimen reagieren mit Entsetzen auf die Bombendrohungen. "Wir verurteilen diese inakzeptablen Zustände auf das Schärfste und drücken den Moscheegemeinden unsere Solidarität aus", heißt es in einem Schreiben des Liberal-Islamischen Bundes, das am Dienstag in Hamburg veröffentlicht wurde. Der Koordinationsrat der Muslime in Deutschland (KRM) erklärte, Muslime seien derzeit "tief verunsichert".

"Unseren Aufrufen zu mehr Schutz für Moscheen wurde nicht nachgekommen. Politik und Sicherheitsbehörden hüllen sich in Schweigen." KMR
Der Staat müsse allen Menschen garantieren, dass sie frei von Angst und Gewalt ihre Religion ausüben könnten, so der KRM in einer in Köln veröffentlichten Erklärung weiter. Die aktuelle Bedrohungslage werde unterschätzt: "Unseren Aufrufen zu mehr Schutz für Moscheen wurde nicht nachgekommen. Politik und Sicherheitsbehörden hüllen sich in Schweigen." Es sei "inakzeptabel", wenn Muslime nicht ohne Bedenken in eine Moschee gehen könnten.
Auch der Liberal-Islamische Bund forderte Politik und Behörden auf, die Taten lückenlos zu verfolgen. Zu lange hätten es Politik und Verfassungsschutz an hinreichendem Bewusstsein für die Notwendigkeit einer verstärkten Bekämpfung von Rechtsterrorismus fehlen lassen.