Polizei gibt Entwarnung

Bombendrohungen gegen mehrere Rathäuser in ganz Deutschland

dpa

Von dpa

Di, 26. März 2019 um 11:33 Uhr

Südwest

Erneut und fast zeitgleich haben mehrere Rathäuser in Deutschland Bombendrohungen erhalten. Auch im Südwesten musste ein Gebäude geräumt werden. Waren es Rechtsextremisten?

Im Rathaus Heilbronn ist am Dienstagmorgen eine Bombendrohung eingegangen. Deutschlandweit hatten mehrere Rathäuser ähnliche Drohungen erhalten. Mindestens sechs wurden evakuiert. Betroffen waren nach ersten Erkenntnissen Augsburg, Göttingen, Kaiserslautern, Chemnitz, Neunkirchen im Saarland und Rendsburg in Schleswig-Holstein.

Die Polizei in Heilbronn gab nach einer Prüfung rasch Entwarnung. Man gehe von einem blöden Scherz aus, sagte ein Sprecher. Zunächst hatte der SWR berichtet.

Drohungen seit Monaten – inzwischen deutschlandweit mehr als 100 Fälle

Seit Monaten gibt es eine deutschlandweite Serie von Drohschreiben mutmaßlicher Rechtsextremer an Politiker, Behörden oder Gerichte. Die Unbekannten drohen mit Bomben oder – wie im Falle der Bundestagsabgeordneten Martina Renner (Linke) – damit, "Bürger auf offener Straße zu exekutieren". Schon mehrfach wurden Gebäude daraufhin evakuiert. Sprengkörper wurden aber bislang nicht gefunden.

Die Berliner Staatsanwaltschaft, die federführend ermittelt, spricht inzwischen von deutschlandweit mehr als 100 Fällen. Ob die neuen Fälle mit dieser Serie in Zusammenhang stehen, war zunächst offen. Die Bombendrohungen am Dienstagmorgen gingen fast zeitgleich ein.

Weitere Fälle vom Dienstagmorgen

In Augsburg gab es am Morgen nach einer Gewaltandrohung einen Großeinsatz der Polizei, das Rathaus wurde evakuiert, Straßenbahnlinien, die über den Rathausplatz fahren, wurden gestoppt. Außerdem wurden drei Verwaltungsgebäude geräumt. Auch sämtliche Bürgerbüros der Stadt sollten evakuiert werden, teilte ein Stadtsprecher mit. Insgesamt seien etwa 500 Personen von den Evakuierungen betroffen.

In Göttingen erklärten die Ermittler kurz nach 09.00 Uhr: "Es befinden sich aktuell keine Personen mehr im Gebäude." Eine Sprecherin fügte hinzu: "Alles ist abgesperrt, der Plan ist, das Gebäude mit Sprengstoffspürhunden zu durchsuchen." Nach ihren Worten ging eine anonyme Bombendrohung ein. Die Straßen um das Rathaus wurden gesperrt, der öffentliche Personennahverkehr wurde weitläufig umgeleitet. Kurz nach 10 Uhr hieß es dann: Es sei nichts Gefährliches gefunden worden.

In Kaiserslautern sei eine Drohmail eingegangen, sagte ein Polizeisprecher. Die Einsatzkräfte seien auch mit Sprengstoff-Spürhunden vor Ort. Der Bereich rund um das Rathaus sei weiträumig abgesperrt worden. Es gebe aber derzeit keine konkrete Bedrohungslage, erklärte der Sprecher. Die Maßnahmen würden vorsorglich durchgeführt.

Auch im saarländischen Neunkirchen lief am Morgen ein Polizeieinsatz nach einer Bombendrohung. "Das Rathaus bleibt vorübergehend geschlossen", sagte eine Sprecherin der Polizei in Saarbrücken. Auch hier sei zuvor eine Drohmail eingegangen. "Der Absender ist nicht nachvollziehbar. Die Mail trägt keine Unterschrift", sagte ein leitender Polizist. Auch die Ermittler im Fall Rendsburg sprachen von einer anonymen Drohbotschaft.