Schulterschluss der Gemeinden

Breisach, Ihringen und Vogtsburg erlassen Betretungsverbote

Gerold Zink

Von Gerold Zink

Fr, 20. März 2020 um 16:14 Uhr

Breisach

Auch in Breisach, Ihringen und Vogtsburg gelten ab Samstag, 0 Uhr, Betretungsverbote für öffentliche Plätze.

BREISACH / IHRINGEN / VOGTSBURG. Nachdem die Stadt Freiburg ein zweiwöchiges Betretungsverbot für öffentliche Plätze ausgesprochen hat, ziehen jetzt auch viele Städte und Gemeinden des Landkreises Breisgau-Hochschwarzwald nach. Darunter sind auch Breisach, Ihringen und Vogtsburg.

Die Anordnung ist in der Nacht von Freitag auf Samstag, 20./21. März, um 0 Uhr in Kraft getreten, sagte Barbara Starz, Dezernentin der Breisacher Personal- und Hauptverwaltung, auf Anfrage der BZ. Sie wird bis zum 3. April gelten.

Bei dem Betretungsverbot handelt es sich allerdings nicht um eine Ausgangssperre. Das Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald hat die Gemeinden im Kreis gebeten, das Verbot zu erlassen. Es gilt für öffentliche Plätze, Grünflächen und Parkanlagen. Laut Barbara Starz hat die Breisacher Stadtverwaltung nicht unbedingt die Notwendigkeit gesehen, ein Betretungsverbot zu erlassen. Breisach sei aber der Schulterschluss mit den anderen Gemeinden des Landkreises wichtig.

"Die Menschen sind einsichtig"
"Bei uns läuft bislang alles recht gut", erläuterte Barbara Starz. Mitarbeiter der Verwaltung, darunter auch Bürgermeister Oliver Rein, seien schon seit Donnerstag in der Stadt unterwegs. Sie würden zu eng stehende Personengruppen direkt ansprechen. "Die Menschen sind hier sehr einsichtig, das klappt gut", sagte die Dezernentin. Auch die meisten Inhaber der Geschäfte, die ihre Türen schließen mussten, hätten Verständnis gezeigt.

Breisach hatte schon vor einigen Tagen alle Spiel-, Bolz- und Sportplätze sowie den Wohnmobilparkplatz geschlossen. Neu hinzu kommen durch das Betretungsverbot nun zum Beispiel der Marktplatz, das Rheinufer, der Neutorplatz, der Eckartsberg oder das Areal am Attilafelsen.

Starz weist aber darauf hin, dass die Bürger durchaus auch weiter über Plätze laufen oder spazieren gehen dürften, nur eben nicht in größeren Gruppen. De facto ändere sich für Breisach durch das Betretungsverbot nicht so arg viel.

Bürgertelefon
Breisacher, die sich nicht sicher sind, was sie nach dem Betretungsverbot überhaupt noch dürfen, können sich am heutigen Samstag, von 9 bis 12 Uhr am Bürgertelefon der Stadt unter der Nummer 07667/832444 informieren.

Auch Ihringen hat ein Betretungsverbot für alle öffentliche Plätze erlassen. Laut Bürgermeister Benedikt Eckerle haben die bisherigen Maßnahmen zwar schon einiges bewirkt, noch seien jedoch nicht alle Menschen ausreichend sensibilisiert. Deshalb erachte er das Betretungsverbot für notwendig. Gemeindemitarbeiter vom Bauhof oder die Jugendpflegerin seien bereits in den vergangenen Tagen im Ort unterwegs gewesen, um Menschenansammlungen aufzulösen.

Kein Flickenteppich
Vogtsburgs Bürgermeister Benjamin Bohn hält das Betretungsverbot in Vogtsburg vor allem deshalb für wichtig, damit kein Flickenteppich an Regelungen entsteht. "Für die Bürger muss Klarheit bestehen, dass überall die gleichen Regeln gelten", betont Bohn.

Deshalb wünscht er sich auch von der Landesregierung eine entsprechende Regelung. Der Bürgermeister betont aber auch, dass sich die Vogtsburger auch bislang schon sehr vernünftig verhalten hätten.