Neuried

Bürgerbus war eine Idee der Jugend

HagenSpäth

Von HagenSpäth

Mi, 23. Oktober 2019 um 14:14 Uhr

Neuried

Positives Fazit nach drei Jahren Jugendgemeinderat Neuried / Wahlen werden noch für dieses Jahr angestrebt

NEURIED. Die Amtszeit des Jugendgemeinderats ist längst abgelaufen. Doch zunächst wurden die eigentlich für das Frühjahr geplanten Neuwahlen aufgrund der Kommunal- und Europawahlen im Mai verschoben. Und dann ist auch noch die für den Jugendrat zuständige Mitarbeiterin in der Verwaltung längerfristig erkrankt. Jetzt will die Gemeinde versuchen, die Wahlen noch in diesem Jahr auszurichten.

Der aktuelle Jugendgemeinderat ist im April 2016 gewählt worden. Da die Jugendräte in ihrem Statut eine Amtszeit von drei Jahren festgeschrieben haben, hätten also im Frühjahr Wahlen stattfinden müssen. Doch genau in diese Zeit fielen die Kommunal- und Europawahlen, die zudem erstmals von der neuen stellvertretenden Hauptamtsleiterin Tanja Schilli vorbereitet wurden. In ihren Zuständigkeitsbereich fielen darüber hinaus als Nachfolgerin von Kathrin Ringwald auch die Belange des Jugendrates.

"Wir haben uns deshalb entschlossen, die Wahlen zum Jugendgemeinderat auf die Zeit nach den Kommunalwahlen zu verschieben", sagt Bürgermeister Jochen Fischer auf Nachfrage der Badischen Zeitung. Leider sei es dann so gekommen, dass die neue Mitarbeiterin länger erkrankt sei. Damit es nicht zu noch weiteren zeitlichen Verzögerungen kommt, habe Hauptamtsleiter Josef Lieb den Aufgabenbereich vorübergehend übernommen und plane nun auch die nächsten Wahlen. Fischer: "Wenn es irgendwie möglich ist, wollen wir das noch dieses Jahr hinkriegen."

Das Fazit des Bürgermeisters zur Arbeit der Jugendlichen in den drei Jahren fällt recht positiv aus. Als Vorsitzender des Gremiums und Vater eines Mitglieds – sein Sohn Samuel war auch gewählt worden − hat er die Entwicklung und den Einsatz des Rats hautnah mitverfolgen können. Er erinnert daran, dass der Jugendrat mit einer Ausnahme nahezu komplett neu gewählt worden sei: "Und es waren sehr viel junge Mitglieder dabei, die sich zuerst mal finden mussten." Sie hätten sich mit einer ganzen Reihe kleinerer Projekte beschäftigt – zum Beispiel mit der Verschönerung des Buswartehäuschens in Altenheim – und letztlich den Bürgerbus auf den Weg gebracht: "Die Idee dafür kam von der Jugend." Der Bürgermeister bekräftigt, dass ihm das Engagement der Jugendlichen nach wie vor wichtig ist, und verweist auf das Thema Klima und den Einsatz der Jugendlichen im Rahmen der "Fridays for Future"-Kampagne: "Da müssen wir auf die Jugend setzen."

Aristan Smko, die Sprecherin des Jugendgemeinderats, zieht ebenfalls ein positives Fazit der Tätigkeit der Jugendlichen insgesamt, aber auch für sich persönlich. "Ich habe sehr viel gelernt und gesehen, dass man auf kommunalpolitischer Ebene etwas erreichen kann. Und wir konnten im wahrsten Sinne des Wortes etwas bewegen." Mit Letzterem spielt sie auf die Initiative des Jugendrates für den Bürgerbus an.

Aristan Smko bedauert, dass sie aus Altersgründen nicht mehr antreten darf. Aber ihre Schwester Arivan, die in den Rat nachgerückt war, will ebenso wie der eine oder andere der Jugendlichen, nochmal weitermachen. Sie selbst hat inzwischen ihr Abitur gemacht und in Freiburg begonnen, Jura zu studieren. Ihren ersten Wohnsitz hat sie allerdings in Neuried gelassen, damit sie ihre Wahlperiode zu Ende bringen und noch für die nächsten Wahlen werben kann.