Ortsumfahrung Winden

Bürgerinitiative Pro Umfahrung B294 besteht seit zehn Jahren

Nikolaus Bayer

Von Nikolaus Bayer

Mo, 11. November 2019 um 13:01 Uhr

Winden im Elztal

Die Bürgerinitiative Pro Umfahrung B294 Winden besteht – trotz laufender Bauarbeiten – unverändert fort und feiert ihr zehnjähriges Bestehen.

Im Gasthaus Sonne hielt die Bürgerinitiative (BI) ihre Hauptversammlung ab. Knapp die Hälfte ihrer 85 Mitglieder nahm teil. Der Vorstand wurde komplett wiedergewählt und auch ein Jubiläum begangen: Marita Schmieder, die Vorsitzende und Tunnelpatin, stieß am Ende der Versammlung mit allen Anwesenden auf das zehnjährige Bestehen der BI an, die sich – auf den Tag genau – im November 2009 gegründet hatte. Für alle verantwortlichen Leute auf der Baustelle gab es aus diesem Anlass schmackhaft gefüllte Präsentkörbe. Eine permanent mitlaufende Bilderschau ließ noch einmal Stationen der BI-Tätigkeit lebendig werden. Schmieder selbst zog in ihrem Bericht das Resümee, dass von der Planfeststellung 2005 zehn Jahre auf den Spatenstich 2015 gewartet werden musste, die hochgesteckten Ziele mit dem Tunnelanschlag 2019 nach ebenfalls zehn Jahren nun aber Wirklichkeit werden. Kurz berichteten auch Schriftführer Alfred Gehring und Kassierer Stefan Brachmann über Tätigkeiten der BI im Vorjahr, so etwa über den Aktionstag im Rahmen des Kinderferienprogramms. Die BI pflegte den Kontakt zum Baubüro und war bei Besuchen von Politikern stets präsent.

Informationen zum Baufortschritt

Im zweiten Teil informierte das Regierungspräsidium über den Baufortschritt. Die Grüße des Regierungspräsidiums überbrachte Baudirektorin Sabine Klumpp, die stellvertretende Leiterin des Baureferats 4. Sie bedankte sich für die aufgeschlossene und immer verständnisvolle Haltung, mit der die Bevölkerung Windens das Großprojekt Ortsumfahrung begleitet. Bauleiter Daniel Haberstroh berichtete über beide Bauabschnitte. In Niederwinden, hinter dem Bahndamm, komme die Arbeit an der Umfahrungsstraße, konkret die recht "schlammige", tief ins Erdreich führende Modellierung der Trasse voran. Bei der Brücke oberhalb des Gewerbegebiets, die jetzt unterführt ist, beginnt in Kürze die Anbringung der Stützmauern. Wegen der notwendigen Vergrößerung eines Regenwasserkanals und dessen Neuverlegung unter der Hauptstraße hindurch, sei nochmals ein Ampelbetrieb unausweichlich, so Haberstroh. Baubeginn ist diese Woche; in 14 Tagen möchte man damit fertig sein.

Sprengungen und Ampelregelung

Zum Bauabschnitt Oberwinden erläuterte Haberstroh, dass die Felssicherungen bis auf zwei kleine Stellen über den Rettungsstollen-Ausgängen beendet seien. Für die hohe Container-Barrikade rund um die Tunnelbaustelle nannte der Bauleiter – was bisher nicht bekannt war – auch den Grund, dass Fledermäuse im gegenüberliegenden Areal nicht durch die helle Beleuchtung während der Nachtschichten gestört werden dürfen. Einen Aha-Effekt bei den Anwesenden erzeugte Haberstroh mit der erstmaligen Vorstellung einer Visualisierung des neuen Ortsbildes von Oberwinden-West, wenn die Umfahrung mit ihren flankierenden Schallschutzwänden, Einfahrt in den Vortunnel, Anschluss West und Tunnelbetriebsgebäude einmal fertiggestellt sein wird. Mit einem Kurzfilm "Tunnelbau in fünf Minuten am Beispiel Stadtbahn Stuttgart" zeigte Michael Trumbl, der Leiter der Bauüberwachung am Brandbergtunnel, wie der Tunnelvortrieb auch in Winden ablaufen wird.

Visualisierung des künftigen Aussehens

Fragen gab es vor allem zu Terminen, Anzahl und Dimension der Sprengungen sowie zu den anfänglichen Sperrungen der B 294 (BZ berichtete bereits von der Baustelle). Die Tunnelabschläge werden in Reihenladungen ausgeführt, das heißt durch jeweils mehrere Zündstufen, was den Knall reduziert. Außerdem reichen deutlich niedrigere Ladungen als bei den Felssicherungsarbeiten aus. Abgesprengt werden jeweils nur 100 Kubikmeter,weniger als ein Zehntel als bei den Sprengungen für die Felssicherung.