Bürgerentscheid

BZ-Faktencheck zum Streit um das neue SC-Stadion

Uwe Mauch, Frank Zimmermann und Joachim Röderer

Von Uwe Mauch, Frank Zimmermann & Joachim Röderer

Mi, 28. Januar 2015 um 12:02 Uhr

Freiburg

Am Sonntag haben die Freiburger die Wahl: Beim Bürgerentscheid geht es um das neue SC-Stadion und sein Finanzierungskonzept. Wir haben für unseren Faktencheck noch einmal möglichst viele Aspekte zusammengetragen und die Argumente der einzelnen Seiten untersucht. Wie hoch sind die Kosten? Wer zahlt was? Was wird aus dem Flugplatz? Was kommt auf die Anwohner zu?

Warum will der SC ein neues Stadion?
Das Schwarzwaldstadion ist aus mehreren Gründen schon lange nicht mehr bundesligatauglich. Deshalb benötigt der SC eine Ausnahmegenehmigung der Deutschen Fußball-Liga (DFL). So ist das Spielfeld um 4,5 Meter zu kurz und hat ein Gefälle – von Süd in Richtung Nord beträgt es etwa einen Meter.

Der SC hat von der DFL die klare Ansage, dass die Lizenzierung zwar unter wirtschaftlichen Kriterien ohne Auflagen erteilt wird, der Verein aber in den kommenden Jahren eine Lösung für den Platz und das Arbeitsumfeld der Medien auf den Weg bringen muss.

Außerdem braucht der SC mehr Einnahmen, etwa durch VIP-Logen (gibt es derzeit nicht) und Business-Seats. Laut Christian Seifert, dem Vorsitzenden der Geschäftsführung der Deutschen Fußball-Liga (DFL), fehlen dem SC drei bis fünf Millionen Euro an Einnahmen pro Jahr im Vergleich zu den Konkurrenten.

Der Zuschauerschnitt in der Ersten Liga liegt bei 43.000, sagt Seifert; der SC liegt mit 23 400 auf dem vorletzten Platz. Diese Lücke werde ohne neues Stadion immer größer. "So gut kann Christian Streich nicht trainieren und Präsident Fritz Keller nicht wirtschaften, um das auszugleichen", sagt Seifert.

Der SC geht davon aus, dass 11.000 zusätzliche Plätze (35.000 statt 24.000) und bessere Vermarktungsmöglichkeiten den Anschluss zu den Konkurrenten bringen werden.

Warum baut der SC nicht einfach das Schwarzwaldstadion weiter aus?
Das Schwarzwaldstadion kann auf maximal 25.000 Plätze ausgebaut werden, das sind gerade einmal 1000 mehr als aktuell. Der Grund: Im Herbst 2005 wurde diese Obergrenze in einem Vergleich vor dem Verwaltungsgericht zwischen sechs klagenden Anwohnern, dem SC und der Stadt geschlossen. Vor allem die Zuschauerbegrenzung war den Anwohnern wichtig. Könnte der Vergleich revidiert werden?

Theoretisch ja, allerdings nur mit Zustimmung aller Betroffenen, sagt Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer, die 2005 Leiterin des städtischen Rechtsamts war. Und: Für Umbauten, beispielsweise die Vergrößerung des Spielfelds, braucht der SC eine neue Baugenehmigung. Laut Baubürgermeister Martin Haag kann in diesem Fall jeder Anwohner, also nicht nur die sechs ehemaligen Kläger, Einspruch erheben.

Hinzu kommt: Ein Umbau des Schwarzwaldstadions auf heutige Standards würde laut einem Gutachten des Beratungsunternehmens Ernst & Young mehr als 50 Millionen Euro kosten, eine unwirtschaftliche Summe angesichts von maximal 1000 neuen Plätzen.

Will der SC ein Luxusstadion?
Nein, der SC will kein Luxus-, sondern vor allem ein größeres Stadion mit einer besseren Infrastruktur. Die Auslastung lag zuletzt bei rund 97 Prozent; der oft nicht ausverkaufte Gästeblock verhindert eine bessere Bilanz. Bisher gibt es 800 Business-Seats, während es im neuen Stadion rund 2000 Plätze im Business-, Logen- und Eventlogenbereich geben soll. Zum Vergleich: ...

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