Spatenstich in Kandern

Christophorus-Gemeinschaft baut 24 barrierefreie Wohnungen

Rolf Rhein

Von Rolf Rhein

Mi, 11. September 2019 um 11:38 Uhr

Kandern

Erst entstehen zwei dreigeschossige Gebäude mit 24 barrierefreien Wohnungen und eine Seniorentagesstätte, später sollen weitere folgen. Zudem sind ein Café und ein Erlebnisbauernhof geplant.

Die Werksiedung St. Christoph in Kandern ist Teil des Gesamtkonzepts der Christophorus-Gemeinschaft, die an mehreren Standorten Einrichtungen betreibt, in der Menschen mit und ohne Behinderung zusammen leben und arbeiten. Auch diese Gemeinschaft muss sich den Herausforderungen der 2009 erlassenen neuen Landesbauheimverordnung des Landes Baden-Württemberg stellen, welche die Wohnstandards für Menschen mit Assistenzbedarf erhöhen und sichern soll.

Seit 2015 laufen bei der Werksiedlung die Planungen zum Bau neuer Gebäude sowie zur Sanierung der Bestandsimmobilien. Auf dem idyllisch mitten im Wald oberhalb Kandern gelegenen Gelände "Glashütte" entstehen zwei dreigeschossige Gebäude mit 24 Wohneinheiten mit insgesamt 48 Einzelzimmern für Assistenzbedürftige sowie eine Seniorentagesstätte.

Die Neubauten werden nach dem neuesten Stand der Technik sowie vollständig barrierefrei und behindertengerecht ausgestattet sein. Sie bieten geräumige, helle Einzelzimmer und Aufenthaltsräume sowie direkten Zugang zu Terrassen und Gärten mit ungehindertem Blick in die herrliche Natur. Neben den als Seehaus und Feldhaus bezeichneten Wohngebäuden wird auch ein neues Technikgebäude gebaut, das künftig die Heizung aller Gebäude der Werksiedlung sicherstellen wird. Mit der Fertigstellung der Neubauten rechnet man im Laufe des Jahres 2021.

Auch Wohnungen für den freien Markt geplant

Danach soll mit dem Umbau der drei Bestandsimmobilien Wiesen-, Wald- und Bachhaus auf den neuesten Standard begonnen werden. Dies beinhaltet auch die dringend notwendig gewordene Erweiterung der Werkstattflächen, die Modernisierung der Verwaltungs-, Schulungs- und Sozialräume sowie den Ausbau bisheriger Wohngebäude mit Doppelzimmern zu weiteren Einzelzimmern, aber auch Wohnungen für den freien Wohnungsmarkt. Wie viele Wohnungen entstehen sollen, steht noch nicht fest.

Ein öffentliches Café mit Ladengeschäft und Freizeitbereich sowie der Ausbau des bestehenden Bauernhofs zum "Erlebnisbauernhof", runden das Ensemble der Werksiedlung St. Christoph ab. Diese soll künftig eine hohe Qualität des Lebens und Wohnens sowie der Bewegungsfreiheit zu Fuß oder mit dem Rollstuhl für die Gemeinschaft von Menschen mit und ohne Assistenzbedarf bieten.

Baukosten von 11,5 Millionen Euro

Insgesamt soll das Projekt 11,5 Millionen Euro kosten. Davon entfallen auf die Neubauten neun Millionen, auf den Umbau der Bestandsimmobilien sowie der Neugestaltung der Freiflächen 2,5 Millionen Euro. Die Finanzierung generiert sich aus Eigenmitteln, Landesmitteln und Darlehen. Die Baumaßnahme wird vom Land Baden-Württemberg gefördert und erfolgt in enger Abstimmung mit dem Landkreis Lörrach. Kapitalgeber ist mit zehn Millionen Euro die Sparkasse Lörrach-Rheinfelden. Realisiert wird das Projekt im Rahmen eines Gesamtkonzepts der Christophorus-Gemeinschaft, die zeitgleich auch in Müllheim-Niederweiler ein "inklusives Wohnquartier" mit insgesamt 54 Wohnungen baut.

Zum symbolischen Spatenstich zum vor kurzem erfolgten Beginn der Bauarbeiten hatte Joachim Walter, Vorstandsvorsitzender und Geschäftsführer der Christophorus-Gemeinschaft, am Dienstag zahlreiche Gäste eingeladen. Neben den Vertretern der Werksiedlung konnte er auch Kanderns Bürgermeister Christian Renkert, den Fachbereichsleiter Soziales beim Landratsamt Lörrach Dirk Werner, das Vorstandsmitglied der Sparkasse Lörrach-Rheinfelden Christian Eschbach, den Geschäftsführer der Baufirma Kammerer Thomas Kammerer und die Vertreterin der Werkgruppe Lahr Dagmar Abt begrüßen. Sie gaben ihrer Freude über das nun Realität werdende Vorhaben Ausdruck und wünschten gutes Gelingen sowie eine unfallfreie Baustelle.