Corona bedroht die armen Familien

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Fr, 28. August 2020

Emmendingen

Die Emmendinger Stiftung Brücke organisiert im Dorf Borobilerpar in Bangladesch Maßnahmen, die Einkommen schaffen.

(BZ). In dem von der Emmendinger Stiftung Brücke betreuten Dorf Borobilerpar, Bangladesh, leiden 130 Familien extrem unter den Corona-Folgen. Die meisten nehmen nur noch zwei Mahlzeiten zu sich, fast alle sind arbeitslos geworden und haben sich hoch verschuldet. Stiftung Brücke will jetzt einen Fonds für Einkommen schaffende Maßnahmen auflegen, um den Menschen langfristig eine Perspektive zu schaffen.

In dem Dorf sollen die Ziele "Sustainable Development Goals" (SDG) der Vereinten Nationen umgesetzt werden. Viele Dorfbewohner sind Tagelöhner, Landarbeiter, Bau- und Fabrikarbeiter, Plastiksammler und Rikscha-Fahrer, die momentan wirtschaftlich brotlos sind. Viele Fabrikarbeiter kehrten während des Lockdowns aus der Großstadt ohne berufliche Perspektive zurück in ihre Heimatdörfer. Sie haben ihre kleinen Ersparnisse bereits für Essen und anderen Familienbedarf ausgegeben. Die Regierung unterstützte mit einem 7-Tage-Lebensmittelpaket, das aber die wenigsten erhielten. Die Stiftung Brücke konnte nur für etwa 20 Tage Lebensmittelhilfen geben. Schon 2018 hat die Stiftung Brücke in Borobilerpar mit der Umsetzung der Nachhaltigen Entwicklungsziele der UN begonnen. Dazu gehören langfristige Maßnahmen wie ökologisches Training, Zugang zu Bildung, Brunnen- und Toilettenbau und medizinischer Versorgung. So wurden Frauen geschult, Sackgärten für die eigene Versorgung anzulegen. Mädchen werden durch Bildungspatenschaften vor Frühverheiratung geschützt, 780 Bäume wurden zum Schutz vor dem Hochwasser gepflanzt. Wichtiges Element sind die Spargruppen, in denen die Frauen der besonders bedürftigen Familien organisiert sind. Sie treffen sich wöchentlich mit den Projektbetreuern vor Ort, um zum Beispiel über eine Einkommensmöglichkeit zur Verbesserung der Familiensituation zu sprechen.

Um in der aktuellen Situation schnelle und substanzielle Hilfe zu leisten, soll laut Pressemitteilung der Stiftung ein revolvierender Fonds aufgelegt werden, der von den Spargruppen verwaltet wird. Die Mitglieder der Spargruppen können einen zinslosen Kredit beantragen, um zum Beispiel Saatgut, Kühe oder Ziegen anzuschaffen oder einen eigenen Laden oder eine Werkstatt zu eröffnen. Der zinslose Kredit wird in Mikroraten zurückgezahlt und fördert dann weitere Einkommen schaffende Aktivitäten. Jede der 130 Familien braucht etwa 200 Euro, um sich eine Existenz mit Perspektive aufzubauen, der Fonds sollte möglichst 26 000 Euro enthalten.

Die Stiftung Brücke mit Sitz in Emmendingen wurde 2001 gegründet und hilft Menschen in Armutsregionen, sich selbst dauerhaft aus Armut zu befreien. Alle für die Stiftung tätigen Personen arbeiten ehrenamtlich, Spenden kommen ausschließlich den Betroffenen zugute.

Die Stiftung Brücke bittet um Spenden für diesen Fonds auf das Konto Stiftung Brücke, IBAN DE12 1002 0500 0003 2474 04, BIC BFSWDE33BER, Verwendungszweck: "SDG-Dorf Bangladesh". Bitte geben Sie für die Spendenquittung Ihre Anschrift an.


Weitere Infos im Internet: http://www.stiftung-bruecke.de