Ärzte ohne Grenzen

Corona-Pandemie gefährdet Menschen in armen Ländern besonders

Otto Schnekenburger

Von Otto Schnekenburger

Mi, 02. September 2020 um 09:17 Uhr

Ausland

BZ-Plus "Ärzte ohne Grenzen" leistet weltweit Nothilfe in Krisengebieten. Wie sich die Corona-Pandemie auf die ärmsten Staaten auswirkt, erklärt der scheidende Geschäftsführer Florian Westphal.

Die Amtszeit von Florian Westphal an der Spitze von "Ärzte ohne Grenzen" prägte die Flüchtlingskrise im Mittelmeer. Deutschland kam hier zuletzt seinen menschenrechtlichen Verpflichtungen nicht nach, sagt der nach sechs Jahren den Stab an Christian Katzer weiterreichende Helfer-Chef im Gespräch mit Otto Schnekenburger.


BZ: Herr Westphal, die Flüchtlinge im Mittelmeer haben Sie in ihrer sechsjährigen Amtszeit als ein Dauerthema begleitet. Ihre Organisation wirft dabei immer wieder auch den Ländern Europas mangelnde Unterstützung und Behinderung bei Ihrer Arbeit vor?
Westphal: Ich will erst kurz erklären, warum wir im Mittelmeer aktiv sind: Man darf nie vergessen, dass bei den Menschen in den Booten ein enormer ungedeckter Bedarf an medizinischer Versorgung besteht. Zudem geht es um die Rettung von Leben, zu der Staaten nicht willens oder nicht in der Lage waren. In Libyen sind viele Menschen auf der Flucht, die versucht haben, sich über das Mittelmeer in Sicherheit zu bringen, misshandelt und unmenschlich behandelt worden. Auch in Griechenland sehen wir eine andauernde Krise. Die Verhältnisse auf den griechischen Inseln, wie im Flüchtlingslager Moria, sind mit denen in weitaus ärmeren Ländern mit mehrjährigem Bürgerkriegshintergrund vergleichbar. Die europäischen Regierungen – und unter ihnen explizit auch Deutschland – haben sich hier geweigert, ihren humanitären und menschenrechtlichen Verpflichtungen nachzukommen. Sie haben sich ...

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