Corona-Prophylaxe im Nordirak

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mo, 16. März 2020

Kenzingen

Was das Virus in den Flüchtlingscamps bedeutet.

KENZINGEN (BZ). Seit Jahren engagiert sich der Kenzinger Verein Zarok zum Wohle der vertriebenen Jesiden und Jesidinnen in den Flüchtlingscamps im Nordirak. Auch in der Region der Camps verbreitet sich das Coronavirus immer weiter. In den Camps herrsche derweil eine teilweise desolate hygienische Situation. Den überwiegend armen Familien, die in den Lagern untergebracht sind, fehle es am Nötigsten. In einer Pressemitteilung teilte der Verein mit, welche Vorkehrungen in den Camps getroffen wurden.

Der Gesundheits- und Ernährungszustand der binnenvertriebenen Jesidinnen in den nordirakischen Camps sei nicht optimal. In den kalten, zugigen Zelten werde sehr eng zusammengelebt, die hygienischen Verhältnisse in den Lagern sind unzureichend. Neben fließendem Wasser und Seife fehle es auch an verlässlichen, leicht verständlichen Informationen zum Umgang mit der Bedrohung durch das neuartige Coronavirus, schreibt Zarok.

Die Menschen sind alarmiert, von der jeweiligen Campverwaltung sei jedoch nur wenig Unterstützung zu erwarten. Bisherige Maßnahmen würden vor allem in der Beschränkung der Mobilität bestehen. Seit dem 9. März sei das Verlassen und das Betreten der Flüchtlingscamps bis auf wenige Ausnahmen verboten. Täglich werden auch im Irak neue Fälle gemeldet, Anfang März gab es den ersten Todesfall. Die Nähe zum besonders stark betroffenen Iran verunsichert die gesamte Bevölkerung.

In Kooperation mit einer lokalen Hilfsorganisation teilen sich Zarok und die Schweizer Organisation Khaima die Kosten eines Corona-Prophylaxe-Projektes in Höhe von 3700 Dollar. Die Organisation The Lotus Flower verantwortet das Projekt in drei Flüchtlingslagern und erreichte mehr als 500 Familien. Einbezogen werden die Camps für jesidische Geflüchtete in Rwanga und in Essiyan sowie das Flüchtlingscamp für syrische Flüchtlinge Domiz 2.

Seit Winter 2014/15 engagiert sich der Verein in der Region. In den vergangenen Jahren wurden dabei zahlreiche Initiativen zu Selbsthilfe geschaffen.

Mehr Informationen gibt es im Internet unter http://www.zarok.de