Reiserückkehrer

Corona-Teststation auf A5-Parkplatz bei Neuenburg öffnet am Freitag

dpa/tst/bwa

Von dpa, Thomas Steiner & Bernhard Walker

Do, 13. August 2020 um 17:24 Uhr

Südwest

Abstriche am Autofenster: Testcenter in Baden-Württemberg können sich Reiserückkehrer kontrollieren lassen. Was ist mit Südbadener, die einen Elsass-Ausflug gemacht haben?

Immer mehr Reisende bringen aus anderen Ländern Corona mit nach Deutschland, die Infektionszahlen steigen. Um die Kontrolle zu behalten eröffnet die Landesregierung Testcenter – ab Freitagmorgen auch an der A5 im Markgräflerland.

Die Station an der A5 auf dem Parkplatz Neuenburg-Ost wird vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) betrieben. Sie ist ab diesem Freitag geöffnet von 6 Uhr morgens bis 22 Uhr abends. Auf dem Parkplatz wurden drei Container aufgestellt, in denen Testmaterialien gelagert werden und die Weiterverarbeitung der Daten vorgenommen wird. Die Abstriche sollen direkt an den Autofenstern der Reiserückkehrer gemacht werden.

Bis zu 30 Fahrzeuge passen auf den Parkplatz

Nach Auskunft des DRK passen bis zu 30 Fahrzeuge auf den Parkplatz, bei voller Belegung sperrt die Polizei die Zufahrt, damit es nicht zu einem Rückstau kommt. Vorerst ist geplant, die Station bis zum Ende der Sommerferien in Betrieb zu halten. Der Test ist gratis, die Kosten trägt das Land.

Seit vergangenen Samstag sind Teststationen auch an den Flughäfen in Stuttgart, Friedrichshafen und am Airport Karlsruhe/Baden-Baden in Betrieb. Am Euroairport werden Rückkehrer aus Risikogebieten von den französischen Behörden getestet. Seit Donnerstag können sich Reiserückkehrer auch am Stuttgarter Hauptbahnhof in einer Teststation im Schlossgarten auf das Coronavirus testen lassen.

Die neuen Teststationen hat das Land eingerichtet, weil Urlauber aus Corona-Risikogebieten – zur Zeit etwa Serbien, Luxemburg oder die USA – sich seit Samstag bei der Rückkehr nach Deutschland auf das Virus testen lassen müssen. Das muss aber nicht direkt nach dem Grenzübertritt oder nach der Ankunft am Flughafen oder am Bahnhof geschehen. Rückkehrer können den Test auch binnen 72 Stunden nach der Ankunft bei einem Arzt oder einer Corona-Ambulanz machen lassen. Tun sie dies nicht, droht ein Bußgeld in Höhe von bis zu 25.000 Euro. Kontrolliert wird die Einhaltung der Testpflicht nicht. Mehrere tausend Reiserückkehrer ließen sich aber bereits in den ersten Tagen testen.

Nach dem neuesten Lagebericht des Landesgesundheitsamtes wurden seit der Aufhebung der Reisewarnung für die EU-Länder und einige weitere europäische Staaten Mitte Juni mehr als 620 Corona-Fälle (Stand: 12. August) bekannt, deren Ansteckung mutmaßlich im Ausland stattgefunden hat. Das sind rund 21 Prozent aller Corona-Fälle in dem Zeitraum. Die meisten Auslandsfälle kommen aus dem Kosovo und Serbien.

"Auch eine Tankrechnung aus dem Elsass reicht aus." Swantje Middeldorff
Auch Reiserückkehrern aus Ländern, die derzeit nicht als Risikogebiet eingestuft sind, wird ein freiwilliger Test vom Landessozialministerium empfohlen, auch in diesem Fall ist der Test kostenlos, wenn er binnen 72 Stunden vorgenommen wird. Das zieht die Frage nach sich, ob auch Tagesausflügler aus Südbaden, die im Elsass oder in der Schweiz waren, Anspruch auf den kostenlosen Test haben, egal ob an der Teststation oder beim Arzt.

Solche Fälle seien nicht ausdrücklich geregelt, sagt Swantje Middeldorff von der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württembergs (KVBW): "In unseren Abstrichstellen in den Landkreisen und auch an den Flughäfen und Bahnhöfen werden die Leute nach Nachweisen über den Auslandsaufenthalt gefragt. Also Flugtickets und Bahnkarten. Aber auch eine Tankrechnung aus dem Elsass reicht aus. Und natürlich können wir nicht kontrollieren, ob er nur zum Abendessen dort war. Da haben wir aber im Moment keine Handhabe und für den einzelnen Arzt in der Praxis ist das sehr schwierig zu kontrollieren."

Die KVBW versuche daher im Moment die Reiserückkehrer, soweit es gehe, in die Abstrichstellen und auch in die Coronaschwerpunktpraxen zu kanalisieren, damit die einzelnen Ärzte damit nicht überlastet werden. Dort seien Mitarbeiter im Einsatz, die die Nachweise kontrollierten, was die einzelnen Ärzte entlaste. An der Teststation bei Neuenburg soll vorerst ganz auf Nachweise verzichtet werden, um den Ablauf reibungslos zu gestalten.

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