Debatte

Cytotec wird auch in Südbaden bei Geburten eingesetzt – warum?

Otto Schnekenburger

Von Otto Schnekenburger

Fr, 21. Februar 2020 um 15:06 Uhr

Gesundheit & Ernährung

BZ-Plus Für Geburten ist das Mittel Cytotec nicht zugelassen. Ärzte setzen es dennoch dafür ein. Nach Berichten über Todesfälle steht das Medikament in der Kritik – wird aber auch in der Region weiter eingesetzt.

Binnen weniger Tage hat es ein Medikament namens Cytotec zu bundesweiter Berühmtheit gebracht. Eigentlich ein Magenschutzmittel, wird es wegen seiner Wirksamkeit bei der Einleitung von Wehen auch in der Geburtshilfe genutzt. Für diesen Einsatz ist Cytotec in Deutschland nicht zugelassen, Ärzten ist aber auf eigene Verantwortung ein sogenannter "Off-Label"-Use erlaubt. Recherchen von Süddeutscher Zeitung (SZ) und Bayrischem Rundfunk haben nun zu Verunsicherung von Schwangeren geführt: Ihnen zufolge könne es häufiger schwere Komplikationen geben als bisher bekannt – bis hin zum Tod von Babys.

"Die Problematik ist nicht eine der Substanz, sondern eine der Anwendung." Wolfgang Lütje, Chefarzt Dem tritt die Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) in einer Stellungnahme entgegen und verteidigt den Einsatz, der in allen großen Geburtskliniken praktiziert werde. So auch in Südbaden, wo selbst die Kliniken diese Praxis verteidigen und ihren Nutzen betonen, die das Medikament als Reaktion auf die Aufregung derzeit nicht mehr einsetzen. Sogar der von der Süddeutschen Zeitung als Kritiker zitierte Wiener Experte Peter Husslein fordert zwar dringend die Einführung von Richtlinien, verteufelt den Einsatz des Wirkstoffs Misoprostol aber nicht per se. Auch Wolfgang Lütje, Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe am Hamburger Amalie-Sieveking-Krankenhaus vertritt im Deutschen Ärzteblatt die Meinung: "Die Problematik ist nicht eine der Substanz, sondern eine der Anwendung."

Kind trug nach Geburt unter Einleitung des Mittels Hirnschäden davon
"Im ...

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