Bürgernähe

Darum ging’s in der zweiten Coronavirus-Sprechstunde von OB Martin Horn

Daniela Frahm

Von Daniela Frahm

Mi, 25. März 2020 um 20:09 Uhr

Freiburg

Auf Facebook hat Freiburgs Oberbürgermeister Fragen der Bürgerinnen und Bürger beantwortet. Und er musste so manche harte Antwort geben: etwa, dass ein Umzug jetzt keine gute Idee ist.

Vor einer Woche hat sich Oberbürgermeister Martin Horn in einer ersten Live-Sprechstunde auf seiner Facebook-Seite zum Thema Coronavirus mit dem Uniklinik-Chef Frederik Wenz vor die Kamera gesetzt und vorwiegend medizinische Fragen beantwortet. In der zweiten Sprechstunde holte er sich Ordnungsamtsleiter René Funk und Rechtsamtsleiter Matthias Müller an die Seite, um Fragen der Bürgerinnen und Bürger zu beantworten. Eingeklinkt war auch eine Gebärdendolmetscherin, um die Gehörlose gebeten hatten.



Über 1000 Nachrichten würden innerhalb von drei bis vier Tagen im Rathaus eingehen, berichtete Horn zu Beginn und bat um Verständnis, dass er sie nicht alle beantworten könne. Er erklärte, dass 16 städtische Mitarbeiter an der zentralen Behördennummer 115 Fragen beantworten oder delegieren, was intern "Papstbesetzung"genannt werde, weil es auch beim Papstbesuch 2011 "drunter und drüber" gegangen sei. Außerdem verwies der OB auf die Webseite der Stadt, auf der die häufigsten Fragen und Antworten katalogisiert wurden. Hier eine Auswahl der Fragen aus der Live-Sprechstunde, in die sich rund 450 Zuschauer reinschalteten, angeklickt wurde sie nachträglich bis Mittwochabend mehr als 10.000 Mal:

Welche Bußgelder können in Freiburg verhängt werden?
Verstöße gegen die Allgemeinverordnung werden mit mindestens 500 Euro geahndet, wenn nach einer Ansprache keine Einsicht gezeigt wird, 25 000 Euro sind die Höchststrafe. Es gebe aber keinen Bußgeldkatalog wie in Nordrhein-Westfalen, erklärte René Funk. Gemeindevollzugsdienst und Vollzugsdienst bilden mit insgesamt 40 Personen gemeinsame Teams, die im Schichtbetrieb arbeiten, dazu kommt die Landespolizei.

Wo sind noch Atemschutzmasken zu bekommen?
Das konnte Horn nicht beantworten, wies aber darauf hin, dass sie im Normalfall nicht benötigt würden. Es reiche, sich an die Abstandsregel von 1,5 Metern zu halten.

Wie sicher ist der ÖPNV?
Es gebe keine Sicherheitswarnung, sagte Horn, aber Straßenbahnen und Bussen seien deutlich leerer geworden.

Gibt es noch Trauungen ?
Hochzeiten sollen nach Möglichkeit verschoben werden. Ins Trauzimmer dürfen nach Angaben von Matthias Müller nur noch fünf Personen – inklusive der Standesbeamtin.
Dürfen wir umziehen?
Auch hier gelte, dass Umzüge möglichst aufgeschoben werden sollen. Ansonsten sollten höchstens fünf Personen beteiligt sein, die im Idealfall im gleichen Haushalt leben.

Was passiert mit der 900 Jahr-Feier?
"Wir haben uns für unseren Geburtstag wirklich etwas anderes gewünscht", bedauerte Horn. Er sehe aber auch die Chance für die Stadt, ihren Zusammenhalt zu beweisen. Angesichts der vielen ausfallenden Veranstaltungen werde derzeit an einer Plattform gearbeitet, für Initiativen und "eure coolen Aktionen", so Horn, für kreatives soziales Engagement, aber auch wirtschaftliche Ideen wie Lieferserviceadressen. Bei der Stadt gebe es auch schon Ideen. So könnten die derzeit geschlossenen Museen oder das Theater einen virtuellen Blick hinter ihre Kulissen gewähren.

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