Verkehrswende

Der Ausbau der Fahrradparkplätze in Freiburg braucht Zeit

Simone Lutz

Von Simone Lutz

Do, 06. August 2020 um 16:45 Uhr

Freiburg

Seit die Corona-Auflagen gelockert wurden, müssen Radler in Freiburg auch wieder vermehrt nach Abstellplätzen suchen. Deren Zahl wird erhöht – allerdings nicht so schnell, wie eigentlich geplant.

Die Zahl der Radparkplätze in der Innenstadt liegt derzeit bei "7042 plus": 7042 Abstellplätze gab es bereits Ende 2019, in diesem Jahr kamen weitere Abstellanlagen dazu, wie viele genau wird erst zum Ende des Jahres erfasst. Auf jeden Fall sollen im Herbst weitere Radparkplätze angelegt werden. Damit geht es voran mit dem Fahrradkonzept der Stadt – obwohl Corona bremst.

Während der Betretungsverbote waren auch weniger Radler unterwegs

Wer zur Zeit in der Innenstadt einen Radparkplatz sucht, hat es schwerer als noch vor einem Vierteljahr. Während der Wochen der strengen Corona-Auflagen hatte sich die Mobilität in Freiburg stark verändert: Es gab deutlich weniger Verkehr, besonders in der Innenstadt und besonders in den Abendstunden – auch mit dem Fahrrad. "Auf der zentralen Ost-West-Verbindung der B 31 gab es zeitweise im Vergleich zum Jahr 2019 eine Abnahme im Kfz-Verkehr um rund 45 Prozent", teilt das Rathaus mit. "Und auch der Radverkehr war in der Zeit des weitgehenden Lockdowns an unserer Dauerzählstelle auf der Wiwili-Brücke um rund die Hälfte reduziert."

Das hat sich inzwischen geändert. Seitdem der Lockdown schrittweise gelockert wurde, nimmt auch der Verkehr wieder zu. Auf der Wiwili-Brücke wurden im Juni zwar noch deutlich weniger Radlerinnen und Radler als im Juni vorigen Jahres gezählt, bei den Zählstellen der Radschnellwege FR1 und FR3 erreichten die Zahlen jedoch fast schon wieder das Vorjahresniveau.

Schrotträder werden entsorgt

Damit wird es auch wieder schwieriger, einen Radparkplatz in der Innenstadt zu bekommen. Fehlende Abstellplätze – das ist ein Problem, das die Freiburger Radler ja schon lange kennen. Im März 2018 hatte der Gemeinderat deshalb beschlossen, ein neues Fahrradkonzept umsetzen zu lassen.

1500 neue Abstellplätze sollten entlang der Rottecktram-Strecke, an der Uni und an anderen Orten im Zentrum entstehen. Das federführende Garten- und Tiefbauamt nahm 27 mögliche Standorte unter die Lupe, verdichtete und ließ Schrotträder wegräumen, um Platz zu schaffen. Allerdings nahm eine unvorhergesehene Kostenexplosion bei der Montage von Radbügeln den Ausbauplänen den Schwung. Das Garten- und Tiefbauamt montierte deshalb teilweise selbst, das Uni-Bauamt schaffte 384 Plätze an der Uni und erhöhte den Bestand am Unizentrum von 795 auf 1179.

Unterm Strich liegt die Zahl der Abstellplätze in der Innenstadt nun bei "7042 plus". Das Ziel – das das Garten- und Tiefbauamt eigentlich schon Ende 2018 erreichen wollten – liegt bei rund 8000 Plätzen. Dass es mit der Radparkplatzsuche schlimmer geworden ist, findet das Rathaus übrigens nicht: Bei einer Erhebung Ende 2016 seien die Radabstellanlagen in der Innenstadt im Schnitt unter 70 Prozent ausgelastet gewesen. Durch den Ausbau auf der einen und die steigende Nachfrage auf der anderen Seite sei die Prozentzahl heute wahrscheinlich ähnlich: "Nach unserer Erfahrung findet man in der Innenstadt in aller Regel einen freien Abstellplatz, wenn auch je nach Tageszeit nicht immer genau am Wunschort." Und wer sich über abgewrackte Schrotträder ärgert, die Stellplätze blockieren, kann das – am besten mit Foto – dem städtischen Umweltamt mailen unter schrottfahrrad@stadt.freiburg.de – das kommt dann und räumt ab.