Der Chef der Credit Suisse muss gehen

dpa

Von dpa

Sa, 08. Februar 2020

Wirtschaft

Folge der Spitzelaffäre.

ZÜRICH (dpa). Entscheidung im Machtkampf bei der Schweizer Großbank Credit Suisse: Der seit Mitte 2015 amtierende Konzernchef und wegen einer bankinternen Spitzelaffäre unter Druck stehende Tidjane Thiam tritt zum 14. Februar zurück, wie die Credit Suisse am Freitag mitteilte. Nachfolger wird Thomas Gottstein, der bisher die Geschäfte der Bank im Mutterland Schweiz leitet.

Der Auslöser: Zwei führende Manager waren auf Anweisung aus der Konzernspitze beschattet worden. Der scheidende Bankchef hatte damit zwar persönlich nichts zu tun, wie die Untersuchung durch eine Anwaltskanzlei ergab, verliert nun aber trotzdem seinen Job.

Damit hat sich der ebenfalls unter Druck geratene Verwaltungsratschef Urs Rohner durchgesetzt. Mitte der Woche hatten sich noch zwei Großaktionäre für Thiam stark gemacht. Sie hatten Rohner aufgefordert, Thiam in dem Skandal um die Überwachung von Spitzenbankern öffentlich zu unterstützen – oder selbst sein Amt niederzulegen.

Mit dem Sturz Thiams ist die Affäre nicht beendet. Die Schweizer Finanzaufsicht Finma führt die Untersuchung gegen die Großbank weiter. Der Börsenkurs der Bank sackte zeitweise um bis zu fünf Prozent ab. Die zwei Spitzelfälle hatten internationale Schlagzeilen gemacht: Zuerst war bekannt geworden, dass der zum Konkurrenten UBS gewechselte Vermögensverwalter Iqbal Khan beschattet worden war. Später hatte die Bank eingeräumt, dass auch der ehemalige Personalchef im Auftrag eines Vorstandskollegen überwacht worden war.