Integration

Der Vermittler im Flüchtlingsheim: Manasseh Shedrach ist der Alkalo

Karl-Heinz Fesenmeier

Von Karl-Heinz Fesenmeier

Do, 08. März 2018 um 13:49 Uhr

Südwest

BZ-Plus Streit und Ärger sind in Erstaufnahmeeinrichtung an der Tagesordnung. In Donaueschingen wählen die Flüchtlinge einen Vertreter, der bei Konflikten vermitteln soll: den Alkalo.

Manchmal braucht es nicht viel, um eine heikle Situation eskalieren zu lassen. "Neulich etwa", erzählt Manasseh Shedrach, "haben die Leute von der Security einen Bewohner beschuldigt, dass er ein Messer bei sich trägt." Sie verweigerten dem Flüchtling deshalb den Zutritt zu seiner Unterkunft, der Erstaufnahmeeinrichtung in Donaueschingen. Das Tragen von Messern oder anderen Waffen ist natürlich strikt untersagt. Der Betroffene habe den Vorwurf vehement zurückgewiesen, erzählt Shedrach weiter, doch die Security habe ihm nicht geglaubt.

Im Nu bildete sich eine Menschentraube, genauer gesagt zwei. Eine um den schwarzafrikanischen Flüchtling, die andere um die Security, die vorwiegend aus arabischen Migranten besteht. "Die Lage war brisant", erzählt Shedrach weiter. Dann sei er gerufen worden, zum Glück – und zwar in seiner Funktion als Alkalo.

Der Alkalo ist eine Art Bürgermeister in Gambia
Der Nigerianer ist der aktuelle Alkalo in Donaueschingen. Der Begriff stammt aus Gambia und bedeutet Dorfhäuptling oder Bürgermeister. Der Alkalo, dessen Funktion sogar in der gambischen Verfassung verankert ist, wird von den Dorfbewohnern gewählt und versammelt ein Komitee, eine Art Ältestenrat, um sich. Er ist eine anerkannte Respektsperson und vermittelt etwa in Konflikten. Auch der Alkalo in Donaueschingen ist von den Flüchtlingen gewählt worden. Und in diesem Amt habe er, unterstützt von zwei Männern aus dem Komitee, die aufgeheizte Situation entschärfen können, sagt ...

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