Der Verwaltungsaufwand für Sprachkurse ist immens

Barbara Ruda

Von Barbara Ruda

Di, 06. August 2019

Lörrach

Gudrun Schubert berichtete bei der Bürgerstiftung über die Arbeit der Schubert-Durand-Stiftung und die Schwierigkeiten, mit denen diese zu kämpfen hat.

LÖRRACH. Da die Schubert-Durand-Stiftung unter dem Dach der Lörracher Bürgerstiftung organisiert ist, berichtete Gudrun Schubert bei der Hauptversammlung im Juli über Neuigkeiten aus der Arbeit ihrer Stiftung mit türkischen, afghanischen und mit einigen arabischen und persischen Frauen samt ihrer Kinder und Familien.

Bei den an Schulen angebotenen Themenfrühstücken ist im vergangenen Jahr die Hellbergschule neu dazu gekommen. Wie immer sei der Anfang auch hier zäh, erklärte Gudrun Schubert. Zudem erschwerten die neuen Datenschutzbestimmungen die Arbeit. Zwar wünsche die Schule, dass die Schubert-Durand-Stiftung Kontakt zu den Frauen aufnimmt, darf aber keine Namen nennen. Die Hellbergschule kommt ab September auch neu ins Programm der Sprachförderung an Schulen, für die die Stadt der Schubert-Durand-Stiftung wieder einen Beitrag bewilligt hat. Im gerade zu Ende gegangenen Schuljahr wurden gut 30 Mädchen betreut.

Im seit 13 Jahren bestehenden Internationalen Café in der Pestalozzischule konnte die Stiftung als einzige Institution im Landkreis, die niederschwellige BAMF-Kurse für Frauen durchführt, 2018 einen davon abhalten. Zwei weitere wurden ihr in diesem Jahr zugesprochen. Gudrun Schubert bezeichnete den Verwaltungsaufwand für solche Kurse allerdings als immens. Deshalb zögere man, neue zu beantragen. Darüber, dass immer mehr türkische Frauen, die schon lange hier leben, eine Ausbildung anstreben und Sprachprüfungen absolvieren, freue man sich.

Sprachkurse für Frauen mit kleinen Kindern werden weiterhin je fünf Mal pro Woche in Stetten, Brombach und Hauingen angeboten. Auf dem internationalen Sommerfest und zwei Wochen später nochmals stellte sich ein neues, vom Landratsamt gefördertes Projekt auf dem Alten Marktplatz vor, das Shaza Samra angeregt hat und nun durchführt. Die aus Damaskus stammende palästinensische Rechtsanwältin und Migrantenbegleiterin bei der Diakonie möchte damit die Frauen motivieren, zu handarbeiten und zu backen, um dann auf Märkten einiges zu verkaufen. Auf diese Weise kommen die Frauen aus Afghanistan und der Türkei aus den Wohnungen und ihrem Milieu heraus. Auch das, so berichtete Gudrun Schubert, habe sich als sehr schwierige Arbeit erwiesen. Die seit gut einem Jahr bestehende Singgruppe mit jungen Müttern und ihren Kindern wird sich während der Kinderbuchmesse im November auf der Bühne präsentieren. Im vergangenen Jahr wurde die Schubert-Durand-Stiftung als Einsatzstelle für den regulären Bundesfreiwilligendienst anerkannt.

Dringender Bedarf für Männerberatungsstelle

Sie kümmert sich hauptsächlich um Frauen und Kinder, aber auch um Männer. Etwa begleitet und unterstützt sie ehrenamtlich vier afghanische junge Männer, die eine Ausbildung begonnen haben. Ein Café für Männer hat sieben Monate lang gut funktioniert. Als der Leiter ins Ausland ging, akzeptierten die jungen Männer zwei Versuche mit einem anderen Leiter nicht. Gudrun Schubert betonte noch einmal den dringenden Bedarf an einer Männerberatungsstelle.