UN-Behindertenrechtskonvention

Der Weg zur Inklusion im Landkreis Lörrach ist noch weit

Daniel Gramespacher

Von Daniel Gramespacher

So, 31. März 2019 um 12:00 Uhr

Lörrach

BZ-Plus Im Landkreis Lörrach sind gute Ansätze der Inklusion erkennbar, von wirklicher Teilhabe für Menschen mit Behinderung kann aber kaum die Rede sein.

Fast auf den Tag vor zehn Jahren hat Deutschland die UN-Behindertenrechtskonvention unterzeichnet. Wie weit ist der Kreis Lörrach seitdem in Sachen Inklusion gekommen? Wo gibt es nach wie vor Defizite? Was kann das neue Bundesteilhabegesetz bewirken? Die BZ hat die Mutter einer Tochter mit Behinderung, die Kreisbehindertenbeauftragte sowie Vertreter der Lebenshilfe Lörrach um Einschätzungen gebeten.

Die Mutter
"Das Bewusstsein für die Belange von Menschen mit Behinderung ist auf jeden Fall größer geworden", findet Marie-José Rosenwald. Sie war von 2013 bis 2016 mitverantwortlich für das Netzwerk Inklusion im Landkreis Lörrach; dabei kamen der 54-Jährigen auch die Erfahrungen als Mutter einer inzwischen 20-jährigen Tochter zugute, bei der 2014 das seltene Smith-Magenis-Syndrom diagnostiziert wurde. Es gibt mehr Barrierefreiheit im öffentlichen Raum und inklusive Wohnprojekte, die jedoch in erster Linie von Institutionen für Menschen mit Behinderung selbst initiiert wurden und werden, sagt Rosenwald. "Wenn ich mit meiner Tochter unterwegs bin, reagieren die Menschen häufiger mit mehr Verständnis und Geduld." Von einer wirklichen Teilhabe am gesellschaftlichen Leben könne allerdings noch keine Rede sein. In Kitas und Grundschulen gebe es gute Ansätze, in den weiterführenden Schulen jedoch keine tatsächliche Inklusion, leider auch nicht in den Gemeinschaftsschulen. "Hier wird eine große Chance vertan, nämlich dass Kinder von klein auf zusammen spielen und lernen und somit besondere Kinder ganz selbstverständlich dazugehören."
Während Integration davon ausgeht, dass eine Gesellschaft aus einer relativ homogenen Mehrheitsgruppe und einer kleineren ...

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