"Der Zusammenhalt der Mitglieder ist stark, fast schon familiär"

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Di, 12. Januar 2021

Gottenheim

DIE VEREINE UND CORONA: Guggemusik Klang-Chaode in Gottenheim wird von Lockdown ausgebremst / Weitere aktive Mitglieder dazu gewonnen.

. Die Corona-Pandemie schränkt das öffentliche Leben ein, auch das Vereinsleben ist betroffen. Die Badische Zeitung fragt daher bei Vereinen nach, welche Konsequenzen die Corona-Pandemie hat, wie die Vereine die weiteren Perspektiven sehen. Heute: Thomas Schnell von der Guggemusik Klang-Chaode in Gottenheim.

» Welche Auswirkungen hatte die
Corona-Pandemie bisher auf das
Vereinsleben der Klang Chaode?

Ab dem 11. Januar 2020 starteten wir in die offizielle Fasnetsaison und nahmen samstags und sonntags an den Brauchtumsveranstaltungen und Umzügen in unserer Region teil. Auch die Hauptfasnet vom Schmutzige Dunschdig bis Rosenmontag wurde zelebriert, mit dem Highlight der Gugge-Explosion Lörrach am Fasnetsamstag. Der erste Lockdown Mitte März war dann eine Vollbremsung: soeben noch gemeinsam musiziert, gefeiert und auf Achse – und dann komplette Stille. Aufgrund der noch strengeren Vorschriften für die Blasmusik mussten wir unseren Probenplan erstmal auf Eis legen. Auch diverse Veranstaltungen fielen aus, wie die Bewirtung des Cafétreffs in der Bürgerscheune Anfang April, der Schnupperabend für Neumitglieder, der Tanz in den Mai, die Generalversammlung im Juni, das Hahleraifest in Gottenheim Anfang September, die ersten Auftritte der neuen Saison mit der Chaode-Party und die Weihnachtsfeier. Dies bedeutete für uns nicht nur finanzielle Einbußen und eine große Einschränkung der sozialen Kontakte innerhalb des Vereins, sondern auch ein Verlust der musikalischen Qualität aufgrund der ausgefallenen Proben.

Durch zwischenzeitliche Lockerungen der Einschränkungen konnten wir unsere Papiersammlung im Juni, unser Grillfest im August sowie unter strengen Hygienemaßnahmen unser Probewochenende vollziehen. Weiterhin gab es im September vier Open-Air-Proben sowie im Oktober zwei Proben in der Turnhalle, für die ein Hygienekonzept erstellt wurde, welches durch die Gemeinde geprüft und genehmigt wurde. Seit der letzten Probe Mitte Oktober herrscht nun leider Stille und Leere im Vereinsleben.

Wie reagiert der Verein auf die
Einschränkungen, auch im Blick
auf die jetzige Fasnetsaison?

Aufgrund der Beschränkungen der Personenanzahl, der zusätzlichen Auflagen für Blasmusik sowie der höchsten Priorität der Gesundheit unserer Mitglieder sind uns leider die Hände gebunden und unsere Vereinsaktivitäten ist vorerst komplett auf Eis gelegt. Wir haben uns lang musikalisch auch durch Einzelunterricht fit gehalten, sodass wir kurzfristig in eine mit Abstand beste Saison hätten starten können. Die Verlängerung des Lockdowns lässt uns weiterhin nur die Beobachterrolle inne. Die Hoffnung, zumindest eine Hauptfasnet unter sinnvollen Hygienemaßnahmen in irgendeiner Weise feiern zu können, haben wir allerdings noch nicht ganz aufgegeben.

Wenn die Corona-Pandemie
andauert, welche Konsequenzen
wird das für den Verein haben?

Die Klang-Chaode verfügen trotz der noch jungen Vereinsgeschichte – wir gründeten uns 2014 – über ein finanzielles Polster, welches uns durch die Pandemie trägt. Natürlich fehlen durch ausgefallene Veranstaltungen die Einnahmen, jedoch fallen auch die größten Kosten in Form der Busfahrten zu den Veranstaltungen und Umzügen weg. Die Fixkosten konnten durch die Mitgliedsbeiträge gedeckt werden, sodass wir mit einem blauen Auge davonkommen werden. Härter trifft es uns aber in puncto Kollegialität. Der Zusammenhalt der aktiven Mitglieder ist sehr stark, fast schon familiär. Aktuell werden diverse Medien wie Onlinemeetings genutzt, damit man sich wenigstens mal wieder zu Gesicht bekommt und sich austauschen kann. Ebenfalls wurde den aktiven Mitgliedern ein kleines Weihnachtsgeschenk überreicht. Dadurch erhoffen wir uns auch, dass wir einem Mitgliederschwund entgegenwirken. In puncto Mitglieder konnten wir sogar während der Pandemie drei weitere aktive Mitglieder gewinnen und mit zwei weiteren Interessenten die nächsten Schritte planen. Somit sind die Weichen gestellt, dass wir nach Beendigung der Pandemie wieder mit Vollgas agieren und die Fasnet mit Leben erfüllen können.

Thomas Schnell ist seit der Vereinsgründung 2014 als Oberchaod Vorsitzender der Gottenheimer Guggemusik Klang-Chaode. Sie zählt derzeit 37 aktive und 83 passive Mitglieder; Kontakt: http://www.klang-chao.de